Ski alpin WM
Svindal gewinnt Gold in der WM-Abfahrt

Die Goldmedaille in der Herren-Abfahrt bei der alpinen Ski-WM geht nach Norwegen. In 1:44,68 Minuten sicherte sich Aksel Lund Svindal den Sieg vor dem Kanadier Jan Hudec und dem Schweden Patrik Jaerbyn.

Aksel Lund Svindal aus Norwegen hat bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften im schwedischen Are die Goldmedaille in der Abfahrt gewonnen. Der 24-Jährige fuhr in 1:44,68 Minuten zum ersten WM-Sieg für sein Land seit 2001 und zum ersten in der Abfahrt überhaupt.

"Man muss auch mal ein bisschen Glück haben. Das ist ein guter Tag für Aksel und Norwegen", sagte der neue Weltmeister, der in den ersten Augenblicken nach seinem Sieg zunächst nicht wusste, wie ihm geschehen war: "Es fühlt sich total unwirklich an." Das durften die anderen beiden Medaillengewinner ebenfalls von sich behaupten: Denn während dem mitfavorisierten Svindal ein Traumlauf gelang (1:44,68 Minuten), gewannen Jan Hudec aus Kanada (0,72 Sekunden zurück) und Patrik Jaebyn aus Schweden (0,97) sensationell Silber und Bronze.

Keppler stürzt

Mit Ausnahme von Svindals Sieg und der Fahrt von Johannes Stehle (Obermaiselstein) auf Rang 27 geschah am Sonntagvormittag viel Unvorhersehbares am Areskutan in Are: Stephan Keppler (Ebingen) stürzte, die anderen Sieganwärter wie Didier Cuche (Schweiz/6.) und Titelverteidiger Bode Miller (USA/7.) verloren im leicht vernebelten und technisch höchst anspruchsvollen Mittelteil wertvolle Zeit.

"Ich war genau an den Stellen schnell, an denen die anderen verloren haben", analysierte Sieger Svindal treffend den Verlauf des Rennens, das zunächst wegen des Nebels leicht verspätet begann und zwischenzeitlich kurz unterbrochen war. Als der Norweger, schon im Vorjahr beim Weltcup-Finale in Are Schnellster auf der "Olympia" und am Freitag Zweiter hinter Miller in der Kombinations-Abfahrt, gerade im Ziel war, wurde die Sicht für die folgenden Spitzenfahrer prompt etwas schlechter als sie für den Führenden im Gesamtweltcup war.

Österreicher fahren hinterher

Nur Michael Walchhofer, Weltmeister 2003, Olympiazweiter 2006, und mit Startnummer 30 letzter Trumpf der Österreicher, kam Svindal noch einmal gefährlich nahe. Unterwegs mit besseren Zwischenzeiten, blieb der 31 Jahre alte Routinier aber ausgerechnet bei der Einfahrt in den Steilhang mit einem Arm an einem Tor hängen und fiel auf Rang 15 zurück. "Das war nicht so optimal", sagte Hermann Maier (13.) zum Austria-Desaster. Fritz Strobl, Olympiasieger von 2002, sagte nach Rang 22: "Wir dürfen jetzt nicht nach Ausreden suchen."

Svindal, der aus dem Örtchen Kjeller ("Keller") stammt, trat unterdessen wie auf Bestellung aus dem langen Schatten seiner zwei berühmten Landsleute Aamodt und Kjus. Noch im Vorjahr waren beide Svindals Mannschaftskollegen, ihr Einfluss war offensichtlich gut. "Ich bewundere sie, seit ich ein Kind bin. Mit ihnen in einem Team zu fahren, das war fast irreal. Ich habe viel von ihnen gelernt". Aamodt gab die Komplimente mit einem Grinsen zurück: "Aksel ist schnell, klug - und er sieht gut aus."

Aamodt und Kjus haben gemeinsam achtmal WM-Gold gewonnen und insgesamt 23 WM-Medaillen - und doch hat ihnen ihr Nachfolger etwas voraus. Einen Abfahrtsweltmeister hatte Norwegen noch nie. Geplant war das freilich auch von Svindal (übersetzt: "Schweintal") nicht: "Ich wollte nur eine Medaille holen, aber es lief besser, als der Plan war." In der Super-Kombination war der Allrounder nur Fünfter geworden, nun holte er auch den ersten WM-Sieg für "Norge" seit dem Kombinationserfolg von Aamodt 2001 in St. Anton.

© SID

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