Ski alpin WM
Wolfgang Maier: "Das ist ein Märchen"

Kathrin Hölzl und Maria Riesch sorgten mit ihren WM-Siegen in Val d'Isere für großen Jubel im DSV-Lager. DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier spricht im Interview über den Triumph.

Die WM-Siege in Val d'Isere von den Alpinen Maria Riesch und Kathrin Hölzl haben beim Deutschen Skiverband (DSV) eine Welle der Begeisterung ausgelöst. Nach dem sensationellen Triumph nimmt DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier Stellung zu den jüngsten Ereignissen.

Frage: "Wolfgang Maier, nach Gold im Riesenslalom durch Kathrin Hölzl haben die Alpinen in Maria Riesch nun auch eine Weltmeisterin im Slalom. Damit hatten sie vermutlich nicht gerechnet?"

Wolfgang Maier: "Da fällt mir gar nichts mehr ein. Das ist ein Märchen."

Frage: "Hätten sie Maria Riesch die Leistung noch zugetraut, nachdem sie bei der WM bislang nicht in Schwung gekommen war?"

Maier: "Man muss die Dinge realistisch sehen. Da waren vorher vier Niederlagen, die richtig ins Gesicht gingen. Mit einer Medaille von Maria konnte man im Slalom ja schon rechnen, aber wenn einer nach der Vorgeschichte gesagt hätte, sie holt Gold, der hätte gelogen."

Frage: "Welche Auswirkungen haben die Erfolge von Val d'Isere für die deutschen Alpinen?"

Maier: "Für uns ist das überdimensional. Wir sind ja auch immer noch ein bisschen Exoten im internationalen Vergleich. Andere Länder können einen viel größeren Aufwand betreiben als wir. Wir haben hier einfach die Gunst der Stunde nutzen können, um unseren Sport zu präsentieren. Und es ist natürlich extrem positiv, weil unser Sport nun wieder einen bestimmten Stellenwert bekommt."

Frage: "Mehr nicht?"

Maier: "Wir brauchen jetzt nicht die Nase oben zu tragen. Wir werden anständig weiterarbeiten. Wir wissen sehr wohl, dass wir bei allen Erfolgen noch genug Nachholbedarf haben. Wir werden sicher nicht den Boden unter den Füßen verlieren."

Frage: "Was genau müssen die Alpinen noch tun?"

Maier: "Wir haben noch viele Baustellen. Vor allem bei den Männern. Aber diese zwei Goldmedaillen helfen uns, dass wir jetzt Rückendeckung bekommen, dass wir das eine oder andere Projekt weiterführen können, ohne permanent an die Wand genagelt werden."

Frage: "Stärken die beiden Goldmedaillen auch die Position der Alpinen innerhalb des Verbandes?"

Maier: "Es gab da schon Tendenzen, dass die eine oder andere Disziplin geglaubt hat, gegenüber uns benachteiligt zu sein, vor allem, weil wir so einen kostenaufwendigen Sport betreiben. Aber wir haben uns genauso über die Medaillen bei den Biathleten gefreut wie die sich hoffentlich über unsere."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%