Ski alpin WM: Wolfgang Maier: "Wir werden das nicht schönreden"

Ski alpin WM
Wolfgang Maier: "Wir werden das nicht schönreden"

Die alpine Ski-WM im schwedischen Are verlief für den Deutschen Skiverband (DSV) enttäuschend. Ohne Medaille wird der DSV die Heimreise antreten. Im Interview zeigte sich DSV-Direktor Wolfgang Maier verärgert.

Mit leeren Händen werden die deutschen Athleten von der alpinen Ski-Weltmeisterschaft im schwedischen Are zurückkehren. Wolfgang Maier, Direkor alpin des Deutschen Skiverbandes (DSV), kündigte im Interview Konsequenzen an.

Frage: "Wolfgang Maier, der DSV konnte seine Negativbilanz bei Großereignissen auch bei der WM in Are nicht beenden und ist seit 47 Einzelrennen ohne Medaille. Wie fällt ihr Fazit aus?"

Wolfgang Maier: "Zufrieden bin ich sicher nicht. Es ist unser ureigenes Verschulden, dass wir die Ziele nicht erreicht haben - den Anschluss an die Weltspitze mit Top-5-Platzierungen zu halten. Wir werden das nicht schönreden. Es wird Konsequenzen geben."

Frage: "Welche?"

Maier: "Nur ein Beispiel: Wir haben im Männer-Bereich fast nur Trainer aus Österreich. Da fragen sich viele, ob die sich mit uns identifizieren. Wenn da alles gut liefe, hätten wir schneller gute Athleten entwickeln müssen."

Frage: "Kann man daraus schließen, dass sie sich von Trainern trennen werden?"

Maier: "Ja, das kann man. Das haben wir auch schon vor der Saison getan. Wir brauchen eine gesunde Mischung aus deutschen und ausländischen Trainern."

Frage: "Was muss noch getan werden?"

Maier: "Wir werden große Anstrengungen unternehmen, um unsere jungen Leute nach vorne zu bringen. Unser Konzept, die Förderung auf Spitzenathleten zu konzentrieren, werden wir weiter verfolgen. Da wird nicht nur gebellt, sondern auch gebissen. Wir müssen uns von Leuten aus den Jahrgängen 1980 und 1981 trennen, die wir schon seit Jahren ohne Resultat mitziehen."

Frage: "Wie sehr schmerzt es, dass Felix Neureuther im Slalom sehr nah an eine Medaille kam, sie aber letztlich verpasste?"

Maier: "Die Medaille von Felix hätte uns einen extremen Schub gegeben. Er bringt alles mit, was ein Star braucht: Charisma, gutes Aussehen und Artikulationsfähigkeit - und er ist ein sehr schneller Skifahrer. Er hätte eine Welle lostreten können."

Frage: "Wer hat sie sonst noch überzeugt?"

Maier: "Maria Riesch hat gezeigt, dass sie den Anschluss an die Weltspitze schaffen wird. In der Kerndisziplin Riesenslalom waren wir mit Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg gut. Einige andere Athleten müssen sich kritisch hinterfragen. Zum Beispiel die, die in den Abfahrten gestartet sind. Da haben wir in Stephan Keppler nur einen, der konkurrenzfähig ist. Auch der Slalom der Damen war enttäuschend."

Frage: "Gibt es Hoffnung auf eine bessere Zukunft?"

Maier: "Ja. Bei der WM 2009 in Val d´Isere möchte ich nicht mehr auf den Plätzen fünf bis zehn stehen, sondern auf eins bis drei. Bei den Frauen sollten wir mit zwei, drei Athleten mit Ansage vorne rein fahren. Ab 2010 müssten auch die Männer soweit sein."

© SID

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