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Ski-Weltmeisterschaft: PR-Kampf der Wintersportsponsoren

Auch wenn viele von ihnen mit dem Thema Wintersport wenig gemeinsam haben: zahlreiche Sponsoren aus der Wirtschaft buhlen bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen um die Aufmerksamkeit des Publikums. Manche greifen dafür richtig tief in die Tasche – und empfinden dies gar als patriotische Pflicht.

Künstliche Skipiste: Siemens stattet bei der WM als Sponsor beispielsweise das Medienzentrum aus. Quelle: dpa
Künstliche Skipiste: Siemens stattet bei der WM als Sponsor beispielsweise das Medienzentrum aus. Quelle: dpa

MÜNCHEN. Die Kulisse ist gigantisch, zweimal am Tag ist Showtime. Mehr als 13 Meter ragt der künstliche Pass in die Höhe, über den sich morgens und nachmittags eine Karawane nagelneuer Edellimousinen schiebt. „Mont Quattro“ nennt Audi das Spektakel, das die Besucher des Münchener Flughafens noch bis April verfolgen dürfen.

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Das offiziell als „Händlerveranstaltung“ bezeichnete Schauspiel soll „die technische Überlegenheit des permanenten Allradantriebs“ des neuen A6 demonstrieren. Dafür leistet sich die Volkswagen-Tochter die Fläche eines Fußballfelds samt Kinderbespaßung und Showpavillon im Herzen des Franz-Josef-Strauß-Flughafens. Über die Kosten des Budenzaubers schweigen sich die Ingolstädter aus.

Die außergewöhnliche Reklame ist kein Zufall. Heute beginnt in Garmisch-Partenkirchen die Ski-Weltmeisterschaft. Dabei kommt es nicht nur auf den Pisten zum Duell. Die Sponsoren wetteifern mindestens genauso verbissen um die Gunst des Publikums.

Mit dabei sind Konzerne, die auf den ersten Blick gar nichts mit Wintersport am Hut haben. Siemens ist so ein Fall: Die Münchener haben direkt vor ihrer Zentrale im Zentrum von München eine künstliche Piste aufgebaut. Als Ausrüster der WM stattet der Konzern etwa das Medienzentrum aus.

Vorstandschef Peter Löscher sieht das als eine Art patriotische Aufgabe: „Das ist unsere Heimat, so einfach ist das.“ Der gebürtige Kärntner, der selbst schon mit zwei Jahren auf den Brettern stand, wird sich denn auch einige Rennen live in Garmisch ansehen. Doch natürlich ist es auch ein Imagegewinn, Innovation und Dynamik soll die Veranstaltung transportieren. Das Skigeschäft ist dem Traditionsunternehmen ja auch nicht ganz fremd. Etwa 100 Millionen Euro Umsatz macht Siemens jährlich mit dem Wintersport. Über seine Antriebs- und Steuerungstechnik für Lifte und Seilbahnen ist Siemens in fast jedem Wintersportgebiet dieser Welt vertreten.

„Die Krise ist vorbei, den Sponsoren sitzt das Geld wieder lockerer“, sagt Marco Klewenhagen, Chefredakteur des Fachmagazins „Sponsors“. Das beweisen derzeit vor allem die Autohersteller. Als Anfang Januar der Ski-Weltcup auf dem Münchener Olympiaberg direkt vor der BMW-Zentrale gastierte, zeigte Audi als Hauptsponsor Flagge. Am erbittertsten tobt der PR-Kampf am Münchener Flughafen, wo BMW innerhalb der Terminals dominiert, Audi aber vor der Tür auftrumpft.

Das Skispektakel in Garmisch-Partenkirchen soll jedoch ganz im Zeichen der vier Ringe stehen. Audi unterstützt den Deutschen Skiverband (DSV) und ein halbes Dutzend weiterer Verbände als Hauptsponsor, mehrere Hundert Sponsorfahrzeuge werden in den kommenden Tagen rund um München im Einsatz sein.

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