Skiausrüster
Wenn ein Held die Bretter wechselt

Sport ist seit langer Zeit auch ein Geschäft. So wundert es nicht, dass auch Geld im Spiel ist, wenn die Topstars des Skisports die Bretter wechseln, die für sie die Welt bedeuten. Gerade in Österreich sind diese Sportikonen wichtige Aushängeschilder der Skiausrüster – und die Kämpfe auf dem Markt millionenschwer.

KEMPTEN. 227 Weltcup-Rennen und 53 Siege. So lange hat die Beziehung zwischen Hermann Maier und Atomic gehalten. Dann gab der Nationalheld im Sommer seinen Wechsel zu Head bekannt. In Österreich wurde wochenlang über die Gründe spekuliert. War das Geld ausschlaggebend oder der „Herminator“ mit seinen alten Brettern nicht mehr zufrieden? Fragen, die das Land bewegten.

„In meiner Karriere war alles dabei. Das Einzige, was noch gefehlt hat, ist ein Materialwechsel“, rechtfertigte Maier den Entschluss. Er brauche neue Reize und Herausforderungen. Inzwischen sind die ersten Rennen gefahren und der einstmalige Seriensieger kann als bestes Resultat Platz acht vorweisen.

Rainer Salzgeber, der Head-Rennsportleiter, stellt den Sinn von Maiers Verpflichtung dennoch nicht in Frage – allein schon wegen der medialen Wirkung. „Mag sein, dass Hermann seine besten Jahre hinter sich hat“, sagt Salzgeber, „aber er ist in Österreich immer noch das Idol aller Skifahrer.“ Experten gehen davon aus, dass sein Werbewert bei mehreren Millionen Euro im Jahr liegt.

Um die Stars der Skiszene tobt ein erbitterter Konkurrenzkampf, vor allem zwischen österreichischen Marken wie Head und Atomic. Die Fahrer sind ein „sehr wichtiges Marketing-Tool“ (Salzgeber) für das Geschäft – und das brummt. Weltweit werden pro Saison rund vier Millionen Paar Alpinski verkauft, der größte Teil davon stammt aus österreichischer Produktion. Die Skiindustrie der Alpenrepublik beschäftigt knapp 3 500 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Außenhandelsüberschuss von rund 230 Millionen Euro.

Branchenführer ist Atomic, aber die Leute im „Head-Quarter“, wie die Firmenzentrale in Kennelbach bei Bregenz genannt wird, wollen angreifen – indem sie die attraktivsten Fahrer abwerben. Erst Didier Cuche, dann Bode Miller, und jetzt Maier.

Die Spitzenläufer werden von Serviceteams verhätschelt, um sie herum werden teure Entwicklungsabteilungen aufgebaut. Das verschlingt Jahr für Jahr Millionen von Euro. Allein die Reisekosten sind gewaltig. Der Rennsport-Apparat von Atomic umfasst 25 Angestellte, die von Skiort zu Skiort jetten.

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