Skirennen in Kitzbühel: Paris gewinnt Super-G auf der Streif

Skirennen in Kitzbühel
Paris gewinnt Super-G auf der Streif

Dominik Paris hat den Super-G auf der Streif in Kitzbühel gewonnen. Die Fans feierten zudem zwei Österreicher auf dem Podest und Marcel Hirschers zweiten Platz in der Kombination. Der Höhepunkt folgt aber am Samstag.
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KitzbühelDer Urschrei von Dominik Paris erinnerte an den von Cristiano Ronaldo nach der Wahl zum Weltfußballer. Einen Tag vor dem legendären Abfahrtsrennen auf der Streif in Kitzbühel gewann der Südtiroler am Freitag den Super-G und ließ sich im Ziel von tausenden Fans feiern – beide Ski in den Händen, den Mund weit aufgerissen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das klappen könnte. Ich habe es gnadenlos runtergelassen“, sagte der 25-Jährige. Der italienische Skirennnfahrer hatte bereits 2013 die Weltcup-Schussfahrt bei den Hahnenkammrennen gewonnen.

Insbesondere mit seiner Linie durch die Traverse vor dem Zielhang beeindruckte Paris im letzten Super-G vor den Weltmeisterschaften in Vail und Beaver Creek. Auf die Frage, wie er das gemacht habe, antwortete der WM-Zweite in der Abfahrt grinsend: „Vollgas.“

Marcel Hirscher war als unerfahrener Speedfahrer am Mittag noch abgeschlagen, sammelte als Zweiter der Kombination am Abend aber wichtige Punkte für die Gesamtwertung. „Der Super-G hat mir heute doch sehr viel abverlangt. Wenn ich im Gesamtweltcup noch weiterhin eine Rolle spielen will, dann kann ich die 80 Punkte sehr gut gebrauchen“, sagte der Österreicher dem ORF. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. So viel riskiert hab ich in den letzten fünf Jahren nichts bei irgendwas.“ Ein Start in der WM-Kombination werde immer wahrscheinlicher. Den Kombinations-Sieg von Kitzbühel sicherte sich wie im vergangenen Jahr der Franzose Alexis Pinturault, Dritter wurde der Tscheche Ondrej Bank.

Schon bevor die Siegerehrung begann, gab der Schweizer Verband für seinen Fahrer Marc Gisin Entwarnung. Der Bruder von Abfahrts-Olympiasiegerin Dominique Gisin stürzte nach der Hausbergkante und musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden. Das Rennen war deswegen für einige Zeit unterbrochen. Gisin erlitt nach Angaben seines Verbandes aber nur ein „leichtes Schädel-Hirn-Trauma“. Die Verletzung sei von den Ärzten als „unbedenklich“ eingestuft worden.

Klaus Brandner kam bei seinem ersten Wettkampf auf der Streif nicht annähernd an Paris' Fahrt heran und fuhr nach der Schlüsselstelle an einem Tor vorbei. „Die war brutal unruhig und schlagig, das war schon richtig schwer. Da darf man ihm keinen Vorwurf machen“, sagte Teamkollege Josef Ferstl, der mit Rang 22 bei leichtem Schneefall sein bestes Kitzbühel-Resultat einfuhr. Dass er bei der am 2. Februar beginnenden WM auf Tobias Stechert als Teamkollegen verzichten muss, bedauerte Ferstl. Stechert hatte sich im Abschlusstraining am Donnerstag am Knie verletzt, wurde am Freitag operiert und fällt mehrere Wochen aus.

Mit der eigenen Vorstellung war Ferstl insgesamt zufrieden. „Im Lärchenschuss habe ich leider einen Fehler eingebaut, der kostet mich“, sagte der Sohn des einzigen deutschen Kitzbühel-Siegers Sepp Ferstl. Für den Höhepunkt des Wochenendes am Samstag ist er dennoch zuversichtlich: „Für morgen ist alles angerichtet, da werde ich wieder Gas geben. Vielleicht kommt was Gutes bei raus.“

Ferstl dürfte mit einem Top-15-Resultat bei der WM-Generalprobe zufrieden sein, Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich hofft nach Rang zwei im Super-G und dem „brutalen Nervenkitzel“ erneut auf ein Spitzenresultat auf der berüchtigtsten Strecke im Ski-Weltcup. „Vom Feeling her ist es besser, wenn man am Vortag schon ein gutes Resultat hat“, sagte er. Dass er den Sieg am Freitag mit 0,06 Sekunden Rückstand auf Paris verpasste, nahm er betont gelassen. Schließlich sei sein Vorsprung bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi auf den zweiten Platz genauso klein gewesen. „Es gleicht sich alles aus“, sagte Mayer.

Rang drei ging an seinen Teamkollegen Georg Streitberger, Kjetil Jansrud musste dagegen mit einem für ihn enttäuschenden siebten Platz umgehen. „Das war kein optimaler Lauf, ich habe zu wenig riskiert“, sagte der Norweger, der in den beiden Abfahrtstrainings jeweils die Bestzeit vorgelegt hatte. Kein Verständnis hatte er für die Kritik, der Super-G sei vom norwegischen Trainer zu schwierig gesteckt gewesen. „Ich habe gehört, dass die Leute gejammert haben. Aber die besten Skifahrer sollten alles fahren können. Kitzbühel sollte nicht zu leicht sein.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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