Skispringen
Das Warten auf den Überflieger

Obwohl sportliche Erfolge ausbleiben, gelingt die Vermarktung der deutschen Skispringer. Der Terminkalender ist dicht wie selten zuvor. Langfristig braucht der DSV aber Siegertypen, um an frühere Erfolge anzuknüpfen.
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KÖLN. Die Veranstalter der Vierschanzentournee haben in diesem Jahr Glück: Mit Pascal Bodmer und Gregor Schlierenzauer sorgen ausgerechnet zwei Skispringer aus den Tournee-Ländern Deutschland und Österreich in der noch jungen Saison für Aufsehen. Die guten Weltcup-Platzierungen der beiden kurbelten den Vorverkauf kräftig an. "Wir liegen in allen Orten über den Zahlen vom Vorjahr", sagte Tournee-Präsident Claus-Peter Horle Mitte Dezember. Das morgige Auftaktspringen in Oberstdorf wird wohl ausverkauft sein.

Das große Zuschauerinteresse könnte aus wirtschaftlicher Sicht der Start in einen erfolgreichen Winter für das deutsche Skispringen werden. Der Terminkalender ist dicht wie selten zuvor: Auf die Vierschanzentournee folgt Ende Januar der Nationenwettbewerb Team-Tour, im Februar steht mit den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver der Saisonhöhepunkt an.

Experten sehen in dem ereignisreichen Winter eine Chance: "Wir erwarten von Seiten der Medien und der Zuschauer größeres Interesse als in den vergangenen Jahren", sagt Philipp Hasenbein, Geschäftsführer der Sportrechteagentur Sportfive, die die Vermarktungsrechte für die Team-Tour besitzt. "Drei hochkarätige Skisprung-Wettbewerbe in so kurzer Zeit sind für die Sportfans eine ideale Ergänzung zum Fußball, der in dieser Zeit Pause macht."

Wie viel Vermarktungspotenzial im Skispringen steckt, zeigt ein Blick auf die Fernsehquoten. Schon in den vergangenen beiden Jahren lag die Einschaltquote bei der Vierschanzentournee mit durchschnittlich rund sechs Mio. TV-Zuschauern deutlich höher als in den Jahren zuvor. 2006/07 schalteten bei RTL im Schnitt nur 4,8 Mio. Zuschauer ein. Seit der Saison 2007/08 besitzen ARD und ZDF die Übertragungsrechte.

Die Öffentlich-Rechtlichen bedienen eine ältere Zielgruppe als RTL. "Dort ist die Tournee gut aufgehoben", sagt Hasenbein. Für die über 55-Jährigen ist Skispringen die zweitinteressanteste Wintersportart in Deutschland. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos ergeben.

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