Skispringen International
Schuster kritisiert neue Mathe-Regeln

Die neuen "Mathematik-Regeln" im Skispringen stoßen bei Werner Schuster auf wenig Gegenliebe. "Ich sehe die Gefahr, dass wir den Zuschauer überfordern", so der Bundestrainer.

Bundestrainer Werner Schuster hat sich gegen die neuen "Mathematik-Regeln" im Skispringen ausgesprochen. "Ich bin positiv an den Test herangegangen, aber inzwischen sehr skeptisch geworden. Ich sehe die Gefahr, dass wir den Zuschauer überfordern", sagte Schuster dem SID.

Beim Sommer-Grand-Prix wird derzeit eine Regel getestet, nach der die Springer abhängig von der Stärke des Windes nach einer mathematischen Formel Punkte abgezogen bekommen. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Anlauf zu verkürzen und so Punkte dazuzugewinnen. Beim letzten Springen in Einsiedeln war Simon Ammann vor heimischem Publikum in der Schweiz mit 115,5 Metern auf die mit Abstand größte Weite geflogen. Er lag wegen des zu "guten" Windes aber trotzdem zur Überraschung der Fans nur auf Platz fünf.

"Das werden die Leute einfach nicht begreifen"

"Wenn das bei Martin Schmitt bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf der Fall ist, möchte ich nicht wissen, was passiert. Das werden die Leute einfach nicht begreifen", sagt Schuster.

Der Internationale Skiverband FIS mit Skisprung-Chef Walter Hofer will die neuen Regeln mit dem Argument der größeren Fairness gern auch im Winter einführen. Für das Fernsehen erhöht sich dadurch die Planbarkeit, da auch bei komplizierten Windbedingungen Wettkämpfe durchgezogen werden können. "Die Frage ist nur: Vergrault man mit diesen neuen Regeln nicht mehr Zuschauer als mit den Windpausen?", sagt Schuster.

Ob die neuen Mathematik-Regeln im Skispringen auch in der Olympiasaison gelten werden, entscheidet sich nach Abschluss der Sommer-Grand-Prix-Serie im Oktober. Den deutschen Skispringern haben die neuen Regeln bislang kein Glück gebracht - als beste Platzierung steht ein zwölfter Rang von Vizeweltmeister Martin Schmitt zu Buche.

© SID

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