Skispringen International
Toni Innauer feiert 50. Geburtstag

Die Skisprung-Legende Toni Innauer wird heute 50 Jahre alt. Der Sportdirektor des österreichischen Skiverbandes begann seine Skisprung-Karriere mit 15 bei der WM 1974 in Falun.

Bei Toni Innauer knallen heute die Korken: Der Sportdirektor des österreichischen Skiverbandes (ÖSV) wird 50 Jahre alt. Grund genug, eine Zwischenbilanz seines bis dato so erfolgreichen Lebens zu ziehen. Sein Vertrag läuft noch bis nach Olympia in Vancouver, danach will er sein Leben neu ausrichten. Eine Option wäre der Wechsel ins Skisprung-Krisenland Deutschland, denn schließlich gibt es hier in Werner Schuster einen alten Bekannten aus der Heimat als neuen Cheftrainer.

"Eine interessante Aufgabe wäre das in Deutschland mit Sicherheit. Es hat auch schon mal im Raum gestanden", sagte Innauer vor seinem Ehrentag am 1. April dem sid: "Ich bin beim ÖSV bis 2010 im Wort. Wenn danach noch Bedarf besteht, kann man gern darüber reden." Er wäre ein Segen für den Deutschen Skiverband (DSV), denn der hochintelligente Mann hat in Österreich ein perfektes System geschaffen, das einmalige Erfolge im Skispringen und der Kombination bewirkt.

"Psychologie, Krafttraining, Technik, nachhaltige Nachwuchsförderung"

Innauer sieht die Versäumnisse beim großen Nachbarn Deutschland genau, will aber nicht als Besserwisser auftreten. "Von Ferndiagnostik nehme ich Abstand. Aber es gibt so vieles, was man wie in Österreich auch strukturell in Bewegung setzen kann. Die Vertrauensbasis zwischen den Stützpunkten und dem Nationalteam muss zuallererst da sein", sagt Innauer: "Psychologie, Krafttraining, Technik, nachhaltige Nachwuchsförderung sind andere Komponenten."

Eine Erfolgsgeschichte Innauers in Österreich ist zum Beispiel, dass er gezielt junge Alpinfahrer in den nordischen Bereich holte. So wurden zum Beispiel Überflieger Thomas Morgenstern (Olympiasieger, Weltmeister und Gesamtweltcupsieger im Skispringen) oder Thomas Gruber (Weltcupsieger Kombination) entdeckt. Toni Innauer war auf diesem Weg einst selbst zum Fliegen gekommen. Er erlebte im österreichischen Skisprungwunderteam der 70er Jahre eine grandiose, wenn auch kurze Karriere.

Erster 100-m-Sprung mit 15

Bei seiner Premiere bei den "Großen" im Rahmen der WM 1974 in Falun war Toni Innauer gerade 15 Jahre alt: "Da habe ich meinen ersten 100-m-Sprung gestanden, und es wurde prompt verkürzt." Bei Olympia 1976 in Innsbruck gewann er Silber, knapp von seinem Teamkollegen Karl Schnabl geschlagen. Im gleichen Jahr verbesserte der große Stilist Innauer den Skiflug-Weltrekord auf 176 m und erhielt als erster Skispringer der Geschichte fünfmal die Höchstnote 20. Krönung war der Olympiasieg 1980. Es folgte das abrupte Karriereende mit 21 Jahren nach einer Serie von Verletzungen.

"Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich damals vieles hätte anders machen können. Aber diese Geschichte hat mir auch das Privileg des Studiums verschafft", meint Innauer heute. Er studierte sechs Jahre Philosophie, Psychologie und Sportwissenschaften. 1989 wurde er Nationaltrainer der Austria-Skiflieger, ab 1993 dann Sportdirektor: "Mit meiner Karriere, dem Studium und meiner Tätigkeit im ÖSV ist eine einmalige Mischung entstanden, aus der ich schöpfe und auf die ich stolz sein kann. Mir sind außergewöhnliche Erlebnisse im Sport vergönnt gewesen."

Sohn Mario in Papas Fußstapfen

Als einen seiner wichtigsten Triumphe im Lebens sieht Toni Innauer, dass er eine Familie mit drei Kindern im Leben weit vorangebracht hat: "Das ist die größte Leistung, die man für eine Gesellschaft erbringen kann." Sein Sohn Mario zählt zu den größten Skisprung-Talenten Österreichs und trainierte jahrelang unter Aufsicht seines Papas mit Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer. Innauer Junior, den jüngst ein Sturz den Junioren-Weltmeistertitel kostete, geht wie einst sein Vater seinen ganz eigenen Weg.

Zu seinem Ehrentag hat Toni Innauer Freunde und Wegbegleiter zu einem netten Essen mit viel Musik und Open End eingeladen. Er wird den Abend genießen, aber er wird sich auch Gedanken über die Zukunft machen: "Mit 50 überlegt man schon, wo man die Schwerpunkte setzt. Es gibt mehrere Optionen. Ich könnte mir einen Berufswechsel in einen anderen Bereich vorstellen, der nur teilweise mit Sport zu tun hat. Oder es kann auch der Wechsel in ein anderes Land sein." Zum Beispiel nach Deutschland.

© SID

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