Skispringen National
DSV bindet Werner Schuster bis 2011

Bis 2011 hat der Deutsche Skiverband den neuen Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster unter Vertrag genommen. Der Kontrakt des Österreichers enthält zudem keine Kündigungsfrist.

Der Deutschen Skiverband (DSV) stattet den neuen Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster mit einem Vertrag bis 2011 aus. Verbands-Sportchef Thomas Pfüller erklärte bei der offiziellen Vorstellung des 38 Jahre alten Österreichers, dass der nach der Nordischen Ski-WM in Oslo auslaufende Kontrakt keine Kündigungsfrist enthält.

Schuster: "Ich spüre eine Aufbruchstimmung"

"Ich spüre eine Aufbruchstimmung. Wir haben einen Pool arrivierter Skispringer, mit denen man kurzfristig Erfolge feiern kann. Zugleich muss man nebenbei junge Springer aufbauen", erklärte der einstige Trainer von Überflieger Gregor Schlierenzauer bei seiner offiziellen Vorstellung in München.

Im schicken Holzfällerhemd deutete der 38-Jährige Österreicher mit den ersten Personalentscheidungen an, dass es in Zukunft eine klare Führung nach dem Vorbild von "Goldschmied" Reinhard Heß geben soll. Sein Landsmann Stefan Horngacher wird als verantwortlicher B-Kader-Trainer Heinz Kuttin ablösen, der selbst mit dem Chefposten geliebäugelt hatte. Kuttin wird den Verband wohl verlassen, Schusters glückloser Vorgänger Peter Rohwein soll einen Posten im Nachwuchsbereich im Stützpunkt Oberstdorf erhalten.

"Es kann nicht drei Spielmacher mit der Nummer zehn geben. Die inhaltliche Konzeption für den ganzen Skisprung-Bereich geht vom Weltcup-Team und damit von mir aus", stellte Schuster klar. Besonders wichtig sei es, wieder ein funktionierendes Team zu bilden. "In der Vergangenheit haben Anspruch und Wirklichkeit nicht übereingestimmt. Die Athleten waren verunsichert, es gab eine Disharmonie in den unteren Bereichen", sagte der Mann aus dem Kleinwalsertal. Vor allem sei es ein Fehler gewesen, viele Trainer aus seiner Heimat Österreich zu verpflichten und damit die deutsche Trainerschaft vor den Kopf zu stoßen.

Beim Neuaufbau baut Schuster, der mit einem deutlich besser dotierten Vertrag nach nur einem Jahr in der Schweiz nach Deutschland gelockt worden war, vor allem auf die drei Stützen Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Michael Neumayer: "Die Jungs haben alle schon was gewonnen und wollen wieder was reißen. Die Ausrichtung ist offensiv." Bei der Neuordnung des Bereichs Skispringen erhält Schuster Hilfe vom neuen Sportlichen Leiter Horst Hüttel, der Rudi Tusch ablöst. Tusch wird künftig keine Führungsposition mehr erhalten und soll im Bereich Material eine Rolle spielen.

Erinnerungen an Heß werden wach

"Wir erwarten, dass mit Werner Schuster ein Ruck durchs Skispringen geht. Er erinnert mit seinem konzeptionellen Denken an Reinhard Heß", erklärte Verbands-Sportdirektor Thomas Pfüller: "Wir haben uns erstmal über einen Vertrag bis nach der WM 2011 in Oslo verständigt, der keine Kündigungszeiten enthält. Wir sind für längerfristige Arbeit." Laut Verbandspräsident Alfons Hörmann sei der neue Mann der absolute Wunschkandidat: "Werner Schuster ist kein Zauberer oder Wunderheiler, aber er bringt alles für das Prädikat Erfolgstrainer mit. Der neue Mann soll das deutsche Skispringen mittelfristig in die Weltspitze zurückführen. Das heisst, Plätze in den Top drei im Einzel und Team."

Schuster bestritt zwischen 1987 und 1995 über 50 Weltcupspringen und war 1988 Siebter bei der Skiflug-WM. Noch während seiner Sportlerkarriere begann er an der Universität in Innsbruck ein Studium in Sport und Psychologie. Ab 1998 arbeitete er als Trainer am bekannten Skigymnasium Stams und formte Skiflug-Weltmeister Schlierenzauer. 2007 ging er als Nachfolger von Olympiasieger-Macher Bernie Schödler in die Schweiz und betreute unter anderem Olympiasieger und Weltmeister Simon Ammann und den zweiten Weltklassespringer Andreas Küttel. Dann kam der Ruf aus Deutschland - seine Familie mit zwei kleinen Söhnen (2 und 4) bleibt allerdings vorerst im Skisprung-Überfliegerland Österreich.

© SID

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