Skispringen National
Uhrmann gibt sich nach OP kämpferisch

Zwei Tage nach der Operation am gebrochenen rechten Mittelfuß kündigte Michael Uhrmann ein Comeback auf die Skisprungschanzen an. "So endet das bei mir nicht", schloss der 28-Jährige ein Karriereende aus.

Von einem vorzeitigen Karrierende will Michael Uhrmann nichts wissen, stattdessen hat der Skispringer nur zwei Tage nach seiner Operation am gebrochenen rechten Mittelfuß schon konkrete Pläne für seine sportliche Zukunft geschmiedet. "Ich bin froh, dass ich die Gewissheit habe, dass es weitergehen wird. So endet das bei mir nicht. Mein Fernziel ist es, zu Beginn der kommenden Saison wieder zu starten. Mein Endziel ist, dass ich nach meiner Rückkehr nicht nur mitspringe, sondern wieder dahin komme, wo ich am Schluss war, nämlich aufs Podium", sagte der 28-Jährige am Montag in der Unfallklinik Murnau mit einem Lächeln im Gesicht und fügte entschlossen an: "Ich bin fest davon überzeugt, dass ich es schaffen werde."

"Die härtesten Monate in meinem Leben als Sportler"

Allerdings weiß Uhrmann, dass ihm kein einfacher Weg zurück in die Weltspitze bevorsteht: "Das werden sicher die härtesten Monate in meinem Leben als Sportler."

Der Rehabilitations-Zeitplan bis zu seiner Rückkehr im August steht bereits fest: Am Mittwoch darf Uhrmann die Klinik verlassen, sechs Wochen muss er noch Gips tragen, kann aber bereits zuhause erste Kraftübungen absolvieren, zudem sind zweimal am Tag Reha-Maßnahmen vorgesehen. Nach drei Monaten soll der verletzte Fuß wieder voll belastbar sein, in vier Monaten sind erste Sprünge geplant. In einem halben Jahr will der Olympia-Vierte bei der Vorbereitung auf die neue Saison dann wieder voll mitmischen.

Uhrmann hatte sich am vergangenen Mittwoch im Training für die Nordische Ski-WM in Sapporo bei einem Sturz im zu weichen Schnee drei Knochen am rechten Mittelfuß gebrochen und zudem einige Bandausrisse im Gelenk erlitten. Am Samstag war der DSV-Springer nach seiner Rückkehr im bayrischen Murnau am Staffelsee von Dr. Volker Bühren operiert worden. Dabei waren das Gelenk eingestellt, die Knochen mit Schräubchen fixiert und die Bänder vernäht worden. Nach Auskunft von Bühren würde die Verletzung eher selten vorkommen, aber Uhrmann habe Glück gehabt.

Kritik in Richtung der Veranstalter

Doch bei allem Glück und aller Aufbruchstimmung konnte Uhrmann seine Enttäuschung über das WM-Aus nicht ganz verbergen. "Das ist schon entäuschend und traurig. Es hätte eigentlich alles gepasst, ich hatte super Kraftwerte, war in einer tollen Form, auch der Sprung war absolut klasse - und dann so was."

Vorwürfe wolle er den japanischen Veranstaltern eigentlich nicht machen, betonte Uhrmann und übte dann aber doch Kritik: "Der Sprung war bei diesen Bedingungen nicht zu stehen. Jeder hat gesehen, dass die Schanze nicht toll präpariert war. Das war Wahnsinn." Auch die Tatsache, dass er in den Katakomben der Schanze rund 45 Minuten auf einen Krankenwagen hatte warten müssen, konnte er nicht verstehen: "Da darf man sich gar nicht ausmalen, wenn etwas Schlimmeres passiert wäre. Das darf bei einer WM nicht passieren."

Nun muss der gestürzte Vorflieger des Deutschen Skiverbandes (DSV) das Geschehen schweren Herzens am Fernseher verfolgen. Den ersten Teil des Mannschaftsspringens am Sonntag hatte er wegen einer Behandlung in einer Sauerstoff-Druckkammer allerdings verpasst, erst im zweiten Durchgang hatte er den Absturz seiner Kameraden auf Platz acht gesehen. Doch Uhrmann äußerte für die schlechten Leistungen von Martin Schmidt und Co. durchaus Verständnis.

"Die haben es so schwer wie noch nie"

"Nach alldem, was passiert ist, wie etwa meine Verletzung, braucht man den Stab nicht zu brechen", sagte er und wünscht dem DSV-Team "einen versöhnlichen Abschluss auf der kleinen Schanze. Ich werde die Daumen drücken." Persönlichen Kontakt nach Japan wird er wohl nicht aufnehmen. Die Mannschaft habe im Moment genug Probleme: "Die haben es so schwer wie noch nie." Michael Uhrmann auch.

© SID

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