Skispringen Nationalmannschaft
Schuster hält Engagement bis 2014 für möglich

Dass Werner Schuster schon mit Reinhard Heß verglichen wird, ist dem Skisprung-Bundestrainer unangenehm. Eine Vertragsverlängerung kann sich der Erfolgscoach aber vorstellen.

Deutschland macht Werner Schuster Spaß, deshalb kann sich der Skisprung-Bundestrainer auch eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2014 vorstellen. "Darüber kann man sich nach Saisonende unterhalten", kündigt der Österreicher dem Sport-Informations-Dienst (sid) Verhandlungen für das Frühjahr an: "Ich war ein bisschen überrascht über das Angebot. Aber es ist toll, wenn man so eine Wertschätzung genießt."

Sportdirektor Thomas Pfüller hatte angeregt, den bis 2011 laufenden Kontrakt von Schuster vorzeitig bis zu den Olympischen Winterspielen von Sotschi zu verlängern. Er hält den 39-Jährigen für einen "ganz großen Trainer" und fühlt sich an die Ära von "Goldschmied" Reinhard Heß erinnert. Der Heiligabend 2007 verstorbene Thüringer hatte mit insgesamt 19 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften sowie dem historischen Grand-Slam-Sieg von Sven Hannawald bei der Vierschanzentournee große Triumphe gefeiert.

Schuster: "Wir haben definitv Einiges bewegt"

Schuster mag den Vergleich mit der "Skisprung-Ikone"überhaupt nicht, weil Heßüber zehn Jahre "Einmaliges" geleistet habe und er zudem eine eigene Persönlichkeit sei. Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr hat er zwei Weltcup-Podestplätze und Platz fünf für seinen Vorflieger Martin Schmitt in der ersten WM-Entscheidung in Liberec auf der Habenseite stehen. Viel wichtiger ist jedoch, dass er nach dem Abschied des glücklosen Peter Rohwein eine Aufbruchstimmung erzeugt hat und deutsche Routiniers genau wie junge Flieger auf breiter Front in die Weltspitze zurückdrängen.

"Wir haben definitiv Einiges bewegt. Dass wir uns hier bei der WM eine Medaille als Ziel gesetzt haben und diese realistisch erreichbar ist, ist doch schon ein großer Fortschritt", sagt Schuster mit Blick auf die WM-Entscheidung im Einzel am Freitag und Team am Samstag.

Martin Schmitt spricht sich für Schuster aus

Der ausgebildete Sportwissenschaftler und Psychologe hat immer wieder gute Ideen, wie er die oft zu verkrampften Deutschen auflockern kann. Vor der Saison war es eine gemeinsame Radtour, jetzt bei der WM wohnen alle gemeinsam mit einem eigenen Koch in einer eigens angemieteten "Fliegerpension". Am Ruhetag setzte Schuster einen Trip in ein Wellnesshotel bei Bautzen an, um sich in Pool und Sauna auf die Medaillenjagd einzustimmen.

"Wir versuchen die Stimmung hochzuhalten. Obwohl mein Trainerteam und ich bei der WM ja Neulinge sind und nicht die Springer", erzählt Schuster. Das ganze Team ist trotzdem begeistert, und Kapitän Schmitt spricht sich offen für eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Werner Schuster aus: "Es ist wichtig, dass man den eingeschlagenen Weg so weitergeht. In diesem System ist Werner eine entscheidende Person, die das Ganze leitet und die das Vertrauen der Sportler und der anderen Trainer besitzt."

© SID

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