Skispringen Nationalmannschaft
Schuster tritt Rohwein-Nachfolge an

Der Österreicher Werner Schuster wird überraschend neuer Skisprung-Bundestrainer und damit Nachfolger des glücklosen Peter Rohwein. Er war bislang Schweizer Nationalcoach.

Der österreichische Überraschungskandidat Werner Schuster wird neuer Skisprung-Bundestrainer und soll die deutschen Flieger nach einem Großreinemachen im Verband zu neuen Höhenflügen führen. Neben den in dreieinhalb Jahren erfolglosen bisherigen Amtsinhaber Peter Rohwein verliert auch Skisprung-Chef Rudi Tusch seinen Posten. Nachfolger wird zusätzlich zu seinem bisherigen Aufgabenbereich bei den Kombinierern Horst Hüttel.

"Verantwortlicher Skisprungtrainer in Deutschland zu sein, ist sicherlich der Traum eines jeden Coaches. Ich bin stolz, dieses Amt zu übernehmen", sagte der bisherige Schweizer Cheftrainer Schuster (38). Der Mann aus dem momentan dominierenden Skispringer-Land Österreich hat hohe Ziele: "Mit meinen Kenntnissen will ich mittel- und langfristig dazu beitragen, den deutschen Skisprung wieder in die Weltspitze zurückzuführen." Vor seiner Verpflichtung hatte er Deutschland als den "FC Bayern" des Skispringens bezeichnet.

Der 38-Jährige aus dem Kleinwalsertal nahe dem Tournee-Auftaktort Oberstdorf hatte am Dienstag bei einem Gespräch mit dem Schweizer Skiverband nach nur einem Jahr seinen Posten als Nationaltrainer aufgegeben und am Nachmittag in Deutschland zugesagt. Die Entscheidung hatte er nach eigenen Worten in einem "Regenerationsurlaub über Ostern" getroffen. Der bisher als Spitzenkandidat gehandelte Andreas Bauer bleibt damit Sprungtrainer bei den Kombinierern.

Schuster der "Wunschkandidat"

"Wir haben Gespräche mit mehreren Trainern geführt, aber mit Schuster haben wir den Wunschkandidaten verpflichtet. Man kann von einer Person keine Wunder erwarten, aber mit Schuster soll es bis Olympia 2010 deutlich aufwärts gehen", sagte Verbandspräsident Alfons Hörmann dem sid. Sportdirektor Thomas Pfüller lobte den neuen Chefcoach als renommierten Fachmann: "Wir erwarten von Schuster, dass er mit neuen Impulsen unsere arrivierten Springer zu Erfolgen führt und darüber hinaus die Verjüngung der Nationalmannschaft vorantreibt."

Zudem solle der Österreicher bis zum 10. April den gesamten Skisprung-Bereich neu strukturieren. Neben der Personalie Hüttel geht es dabei vor allem um die Neuordnung der Stützpunkte, die durch Heinz Kuttin, Stefan Horngacher und Co. ebenfalls größtenteils durch Österreicher geführt werden.

Schuster bestritt zwischen 1987 und 1995 über 50 Weltcupspringen und landete dabei einmal auf Platz zwei (1988 in Sapporo). Noch während seiner Sportlerkarriere begann er an der Universität in Innsbruck ein Studium in Sport und Psychologie. Später ließ er sich auch zum Skisprung-Trainer ausbilden und war fortan im österreichischen Nachwuchsbereich tätig.

Ab 1998 arbeitete er als Trainer am bekannten Skigymnasium Stams und war daneben in verschiedenen Trainerfunktionen im österreichischen Skiverband tätig. Schuster gilt als wichtigerer Förderer von Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer oder Andreas Kofler. 2007 ging er als Nachfolger von "Olympiasieger-Macher" Bernie Schödler in die Schweiz und betreute unter anderem Olympiasieger und Weltmeister Simon Ammann und den zweiten Weltklassespringer Andreas Küttel.

Im abgelaufenen Winter schafften die Schweizer Springer unter Schuster einen Sieg und vier weitere Podestplätze. Das deutsche Team brachte es im schwächsten Winter aller Zeiten mit ungleich größeren Finanzmitteln nur auf einen einzigen Podestplatz. Hörmann: "Schuster soll ein Team aufbauen, das Deutschland wieder zu einer Skisprung-Größe macht."

© SID

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