Skispringen Olympia: DSV-Adler halten Henry Glaß die Treue

Skispringen Olympia
DSV-Adler halten Henry Glaß die Treue

Das deutsche Nationalteam der Skispringer steht weiter zu Co-Bundestrainer Henry Glaß. Der aufgrund von Stasi-Verwicklungen für Olympia gestrichene Coach trainiert derzeit mit Martin Schmitt für die Titelkämpfe in Turin.

Die deutschen Skispringer haben sich gegenüber Co-Bundestrainer Henry Glaß solidarisch erklärt. "Das Team steht zu mir", erklärte der wegen Stasi-Verwicklungen aus dem Olympiateam gestrichene Coach gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid). Gleichzeitig begann der Olympia-Bronzegewinner von 1976 am Donnerstag das Einzel-Trainingslager mit dem viermaligen Weltmeister Martin Schmitt in Ruhpolding.

Glaß soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" als IM "Paul Hugo" Berichte für das Ministerium für Staatssicherheit geschrieben haben, eine Verpflichtungserklärung existiert im Gegensatz zum "Fall Ingo Steuer" aber offensichtlich nicht.

"Man musste damals mitspielen"

"Ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe niemandem geschadet, dafür bin ich einfach nicht der Typ. Man musste damals mitspielen, ich weiß, dass das Mist war", sagte Glaß dem sid: "Ich habe beim Weltcup in Zakopane mit den Springern offen über alles gesprochen."

Glaß hatte im Gegensatz zu Steuer auf die gerichtliche Einklage seines Turin-Starts verzichtet. "Ich wollte keine Unruhe im Team haben, man sieht ja, was da jetzt im Eiskunstlauf für ein Theater herrscht." Der 52-jährige Sachse wird bei den Winterspielen von Weltklasse-Kombinierer Peter Wucher ersetzt.

Über mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen des "Falls Henry Glaß" wird der Deutsche Skiverband (DSV) erst nach den Olympischen Spielen entscheiden. "Vor Olympia wird nichts unternommen, ich kenne keine Aktenlage. Da werden wir im Präsidium nach den Winterspielen reden, falls wir mehr wissen", hatte DSV-Sportchef Thomas Pfüller erklärt.

© SID

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