Skispringen Olympia
DSV-Adler reisen mit Medaillenträumen nach Turin

Nachdem die deutschen Skispringer bei der Skiflug-WM mit dem Team Bronze gewonnen haben, peilen die DSV-Adler bei Olympia eine noch bessere Platzierung an. Die Mannschaft will in Turin Gold gewinnen.

Die Bronze-Medaille im Team-Wettbewerb bei der Skiflug-WM hat bei den deutschen Skispringern eine Welle der Euphorie ausgelöst und gleichzeitig die Hoffnungen für die Olympischen Winterspiele in Turin geschürt. "Ich gebe meinen Traum nicht auf, ich will bei Olympia in Pragelato ganz oben stehen", meinte Alexander Herr in der Hochstimmung seines 203,5-m-Fluges, ehe er sich nach dem gemeinsamen Geburtstagsständchen für Michael Neumayer auf den Heimweg machte.

Schmitt kehrt ins Team zurück

Beim Vorbereitungscamp ab Donnerstag in Ruhpolding wird Martin Schmitt das Bronzeteam weiter verstärken. Dass erstmals seit elf Jahren ein deutsches Quartett ohne den einstigen Vorflieger Schmitt eine Team-Medaille gewann, nahm eine Zentnerlast von den Schultern des in die Kritik geratenen Bundestrainers Peter Rohwein: "Das ist eine Bestätigung meiner Arbeit, und ich lasse mich auf diesem Weg nicht beirren."

Nach dem mit 7 500 Euro prämiierten Befreiungsschlag am Kulm hält selbst der zurückhaltende Chefcoach wieder alles für möglich: "Wir orientieren uns nach oben, schließlich sind bis Olympia noch drei Wochen Zeit. Das Ziel bleibt ganz klar eine Medaille im Team. Und im Einzel wollen wir auch ein Wörtchen mitreden." Damit das gelingt, verzichtet seine Olympia-Mannschaft mit Ausnahme von Ersatzmann Stephan Hocke auf den Weltcup am Wochenende in Sapporo und trainiert stattdessen drei Tage in der Heimat.

Bei der Olympia-Einkleidung am kommenden Montag wird dann neben den vier Bronzegewinnern Herr, Neumayer, Georg Späth und Michael Uhrmann auch Martin Schmitt die Kollektion für seine dritten Winterspiele erhalten. "Martin hat die Olympia-Qualifikation und wird dabei sein. Er kann eine weitere Verstärkung unserer Mannschaft sein", glaubt Rohwein.

Trainings-Fortschritte bei Schmitt

Der viermalige Weltmeister hatte sich vergangene Woche mit besten Ergebnissen einer Kraftdiagnostik unterzogen und sprang am Wochenende parallel zur Skiflug-WM daheim in Hinterzarten. "Martin hat einen ganz neuen Ski probiert, mit dem er sehr gut klarkommt. Er hat im Training Fortschritte gemacht", berichtete Heimtrainer Rolf Schilli. Ähnlich wie vor der WM 2005, als Schmitt nach einer völlig verkorksten Saison noch Team-Silber gewann und im Einzel zu den Topathleten aufschloss, soll der Krisenflieger pünktlich bei den Olympischen Spielen topfit sein.

"Ich will zumindest eine Teammedaille", sagt Schmitt über die eigenen Chancen. Erstmal muss sich der Teamkapitän bei den letzten vorolympischen Weltcups an seinem 28. Geburstag in Zakopane und Willingen zurück in die Mannschaft kämpfen. Genau aus diesem internen Konkurrenzkampf, so hofft Rohwein, sollen dann auf den Olympiaschanzen von Pragelato individuelle Glanzleistungen erwachsen: "Die Jungs sind viel gelöster und gelassener, ruckzuck ist das Selbstbewusstsein wieder da. So eine Medaille ist wichtiger als 1 000 Worte von mir."

Dafür spricht auch, dass Schlusspringer Michael Uhrmann seinen bronzenen Zittersprung auf 160 Meter schnell verdaut hatte. Der Vorflieger aus Rastbüchl denkt lieber schon an Olympia: "Die Minuten, als wir 2002 Team-Olympiasieger geworden sind, werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Es wäre natürlich genial, wenn wir das wiederholen könnten."

© SID

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