Skispringen Olympia
"Hanni" rechnet mit Martin Schmitt

Ginge es nach Sven Hannawald, dann muss im Olympia-Winter wieder mit Martin Schmitt gerechnet werden. "So lange er an sich glaubt, ist es möglich, aus diesem Tief rauszukommen", so der zurückgetretene Hannawald.

Sven Hannawald glaubt an Martin Schmitt. Jetzt muss der es nur noch selber tun. Das findet zumindest "Hanni", der sich nach seinem Rücktritt ab sofort auf seine TV-Karriere konzentrieren kann. "So lange er an sich glaubt, ist es möglich, aus diesem Tief rauszukommen. Bei Martin kann es von heute auf morgen gehen", sagt der einstige Überflieger vor dem Start des Olympiawinters dem sid: "Für das deutsche Skispringen wäre es genial, wenn der Martin zurückkommt."

Schließlich fehlt "Hanni" nach dem Schlussstrich unter seine einmalige Karriere beim Weltcup-Auftakt am Freitag (17.20 Uhr/ZDF und Eurosport live) im finnischen Kuusamo. Beim darauffolgenden Weltcup am 2./3. Dezember in Trondheim wird er dann sein Comeback im Skisprung-Zirkus feiern - allerdings "nur" als TV-Co-Kommentator bei der ARD.

"Es tut weh, zuzuschauen"

"Ich freue mich auf meinen neuen Job, auch wenn es noch mächtig weh tut, beim Springen zuzuschauen", gibt Hannawald zu: "Aber ich habe keinen Bock auf 20. Plätze. In meinem Alter bringt es nix mehr mit einem Comeback." Der einstige Teeniestar ist gerade 31 geworden - und damit nur gut drei Jahre älter als sein Kumpel Schmitt. Der viermalige Weltmeister und Sieger bei 28 Weltcups glaubt jedoch auch nach drei mehr oder minder verkorksten Wintern an seine Siegchance.

Stolz berichtet der Schwarzwälder, dass er aus dem Stand mit 62 Zentimetern höher springt als zu seiner besten Zeit. Auf der Schanze konnte er einen Aufschwung bislang nur selten andeuten. Bundestrainer Peter Rohwein vergab deshalb nur mit dem "Weltmeister-Bonus" seinen vorletzten Startplatz beim Auftakt an Schmitt: "Martins Basisniveau ist wesentlich höher als in den Vorjahren, aber er muss es auch im Wettkampf zeigen. Er ist wichtig fürs Team, wir wollen mit ihm bei Olympia Medaillen gewinnen."

Auch für Schmitt sind die dritten Winterspiele seiner Karriere ganz eindeutig das Highlight im kommenden Winter - allerdings muss er sich mit zwei achten Plätzen im Weltcup erstmal qualifizieren. "Man muss seine Chancen nutzen, so lange man jung ist", weiß Schmitt: "Ich denke, dass ich noch Siege in mir habe. Und natürlich will ich auch Medaillen bei Olympia - aber momentan muss ich noch ein Stück aufholen."

Nur Späth und Uhrmann als Siegspringer

Mangels Schneesprüngen fehlt noch das Feingefühl, weshalb in Kuusamo schon ein Platz unter den Top Ten ein Erfolg wäre. Potenzielle Siegspringer im deutschen Team sind für Schmitt deshalb momentan nur Michael Uhrmann und Georg Späth.

Der einstige Vorflieger selbst gibt zu, nach den Enttäuschungen der letzten Jahre ins Grübeln gekommen zu sein. Fans, Trainer und Hauptsponsor halten jedoch zum letzten aktiven Star des deutschen Skispringens. Aufgeben kommt für den Kämpfer Martin Schmitt deshalb nicht in Frage: "Wenn"s gut läuft, kann ich auch bei Olympia 2010 noch dabeisein."

© SID

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