Skispringen Olympia
Keine neuen Skisprung-Regeln bei Olympia

Die im Sommer getestete mathematische Formel, die beim Sprung den Wind berücksichtigt, wird laut Skiverband FIS bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver nicht eingesetzt.

Die neuen "Mathematik-Regeln" im Skispringen werden im kommenden Olympiawinter nicht eingeführt. Das bestätigte Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS, im Rahmen der traditionellen Herbstssitzungen in Zürich. "Permanente Regeländerungen erfordern mehr Tests und werden nicht vor der Saison 2010/2 011 eingeführt", sagte Kasper.

Beim Sommer-Grand-Prix war eine Regel getestet worden, nach der die Springer abhängig von der Stärke des Windes auf Basis einer mathematischen Formel Punkte abgezogen bekommen. Zudem gab es die Möglichkeit, den Anlauf zu verkürzen und so Punkte dazuzugewinnen. Die Veranstaltungen wurden dadurch zu einem Rechenexempel, was Kritik bei Fans, Sportlern und Trainern hervorrief.

Kasper: "Bin sehr skeptisch geworden"

"Ich bin positiv an den Test herangegangen, aber inzwischen sehr skeptisch geworden. Ich sehe die Gefahr, dass wir den Zuschauer überfordern", sagte Bundestrainer Werner Schuster dem SID. Beim Wettkampf in Einsiedeln war Doppel-Olympiasieger Simon Ammann vor heimischem Publikum in der Schweiz mit 115,5 Metern auf die mit Abstand größte Weite geflogen. Am Ende lag er wegen des zu "guten" Windes zur Überraschung der Fans aber nur auf Platz fünf.

"Wenn das bei Martin Schmitt bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf der Fall ist, möchte ich nicht wissen, was passiert. Das werden die Leute einfach nicht begreifen", sagte Schuster. Der Internationale Skiverband FIS mit Skisprung-Chef Walter Hofer wollte die neuen Regeln mit dem Argument der größeren Fairness schon im Olympiawinter einführen. Für das Fernsehen würde sich dadurch die Planbarkeit erhöhen, da auch bei komplizierten Windbedingungen Wettkämpfe durchgezogen werden könnten.

© SID

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