Skispringen Olympia
Schmitt droht "Touristen-Rolle" in Turin

Der schleichende Abstieg des Martin Schmitt geht weiter: Bei Olympia droht dem ehemaligen Weltklasse-Skispringer nur die Rolle des Statisten und im nächsten Winter der Absturz in den Interkontinentalcup.

Martin Schmitt droht bei Olympia die Zuschauerrolle und im kommenden Winter sogar der Abstieg aus dem Weltcup. Beim Sondertrainingslager mit Co-Bundestrainer Henry Glaß in Ruhpolding fand der viermalige Weltmeister zwar den perfekten Ski, aber die perfekte Form fehlt knapp eine Woche vor der ersten Flieger-Entscheidung bei den Winterspielen weiterhin.

"Wir haben 40 Sprünge gemacht, die Flüge sehen mit dem weicheren Ski jetzt besser aus. Aber nach drei Tagen Training kann man keine Wunder erwarten", sagte Glaß dem sid: "Ich wünsche Martin einen Start bei den Winterspielen, aber es könnte auch passieren, dass er nur Zuschauer ist." Schließlich präsentierten sich die vier anderen Olympia-Starter Michael Uhrmann, Alexander Herr, Georg Späth und Michael Neumayer beim Weltcup in Willingen zumindest mannschaftlich in sehr guter Form.

Eine Leistung anbieten, die überzeugt

Das Quartett, dass bei der Skiflug-WM ohne Schmitt Bronze gewann, hat laut Bundestrainer Peter Rohwein einen "Bonus" für die jeweils vier Startplätze in den drei Olympia-Entscheidungen: "Das kann man nicht unter den Tisch kehren. Martin muss in den sechs Trainingssprüngen vor Ort eine Leistung anbieten, die mich überzeugt, dass ein anderer rausgehört." Das scheint derzeit unwahrscheinlich, denn Schmitt kämpft inzwischen seit vier Jahren erfolglos um eine Rückkehr in die Weltspitze.

In diesem Winter wurde der 28-Jährige wegen blamabler Leistungen wie zuletzt dem 50. Platz in Zakopane dreimal aus dem Weltcup genommen und kämpfte bei Trainingscamps mit persönlichem Coach wochenlang erfolglos um den Anschluss. Künftig will Rohwein Schmitts Sonderstatus abschaffen: "Wir können nicht in Deutschland für jeden einen Trainer abstellen und Sondertraining machen. Da denken die ganzen jungen Springer, dass es bei ihnen auch so läuft."

Schmitt droht der Interkontinentalcup

Auch das ungeschriebene Gesetz, dass selbst ein formschwacher Schmitt nicht bei den Anschlusskadern im Interkontinentalcup startet, wird im kommenden Winter aufgehoben: "Andere Nationen machen es uns vor. Es kann nur diesen Weg geben, um sich wieder nach oben in den Weltcup zu kämpfen."

Schmitt wird das aber nur gelingen, wenn er sich endlich vom Sprungstil seiner Erfolgszeiten mit vier WM-Titeln, 28 Weltcup-Siegen und dem Team-Olympiasieg verabschiedet. "Die Technik geht nicht mehr, seitdem hat sich das Material drastisch verändert", sagt Glaß: "Martin kann das aber nur schaffen, wenn er wirklich dahinter steht." Es bleibt aber noch Zeit - Schmitt will seine Karriere bis Olympia 2010 fortsetzen.

© SID

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