Skispringen Skifliegen
Ljökelsoy fliegt der Titelverteidigung entgegen

Nach dem ersten Tag der Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm liegt Titelverteidiger Roar Ljökelsoy aus Norwegen vor den Österreichern Thomas Morgenstern und Martin Koch in Front. Die Entscheidung fällt erst am Samstag.

Der Titelverteidiger Roar Ljökelsoy aus Norweger gab am Kulm den Takt vor, die deutschen Adler kamen derweil nicht in Schwung. Alexander Herr mit dem Podest vor Augen abgestürzt, Michael Neumayer auf Platz neun: Bei der Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm haben die Deutschen bei Halbzeit schon alle Medaillenchancen verspielt. Während die Krisenflieger auf das schwächste Resultat seit 18 Jahren zusteuern, hat Ljökelsoy als souveräner Spitzenreiter vor den restlichen beiden Wertungssprüngen am Samstag (13.45 Uhr/RTL live) Kurs auf eine erfolgreiche Einzel-Titelverteidigung genommen.

"Im Moment ist halt kein deutscher Flieger in der Lage, eine Medaille zu gewinnen. Unter Stress kommt halt das wirkliche Leistungsvermögen zum Vorschein", kommentierte der dreimalige Olympiasieger Jens Weißflog als Zuschauer. Herr hatte nach dem ersten Sprung überraschend als Fünfter in Schlagdistanz auf die Medaillen gelegen, doch dann folgte mit einem völlig verunglückten Hüpfer auf 142,5 Meter der Absturz auf Rang 26. "Es ist sehr ärgerlich, zumal ich keinen Fehler im Flug finden konnte. Unter Druck gesetzt habe ich mich jedenfalls nicht", erklärte Herr.

Neumayer: "Neuer Tag, neues Glück"

So konnte eigentlich nur der deutsche Flug-Rekordler Michael Neumayer zufrieden sein, der 359,0 Punkte für Flüge auf 187,5 und 192,5 Meter erhielt. "Ein Top-Ten-Platz wäre ein Bombenresultat für mich. Für das Team kann es nur heißen: Neuer Tag, neues Glück", meinte Neumayer. Das deutsche Team kann nun nur noch auf die Medaillenchance in der Team-Entscheidung am Sonntag (13.45 Uhr/live in RTL) hoffen.

Neumayer liegt als bester Deutscher schon fast 20 Punkte hinter den Medaillenplätzen. Gold scheint schon nach Tag eins an Ljökelsoy vergeben, der als zweiter Skispringer nach Sven Hannawald den WM-Titel im Skifliegen erfolgreich verteidigen könnte. Mit 401,0 Zählern für Flüge auf 202,5 und 207,5 Meter nimmt er umgerechnet fast 20 Meter Vorsprung vor den Österreichern Thomas Morgenstern (378,2) und Martin Koch (377,4) in die zweite Halbzeit.

DSV-Adler wollen Edelmetall im Teamwettbewerb

Vor 15 000 begeisterten Fans im rot-weiß-roten Fahnenmeer schien nach dem ersten Durchgang Austria-Flieger Andreas Widhölzl auf Titelkurs, doch er scheiterte im zweiten Durchgang. Genau wie die schon bei der Tournee enttäuschenden deutschen Flieger, für die Michael Uhrmann (12.) und Georg Späth (20.) genau wie Herr deutlich zurückfielen. "Für eine Medaille hätte alles perfekt laufen müssen. Aber in der Mannschaft waren wir schon immer stark, da wollen wir Edelmetall", machte sich Uhrmann Hoffnung.

In bislang 18 Skiflug-Weltmeisterschaften hatte das deutsche Team nur zweimal keinen Flieger unter die Top sechs in der Einzel-Entscheidung gebracht, zuletzt 1988 in Oberstdorf. Genau solch ein Einbruch droht jetzt, doch Bundestrainer Peter Rohwein hat die Hoffnung noch nicht verloren: "Neumayer und Uhrmann sind noch auf Anschluss, abgerechnet wird erst am Samstag."

Die beiden Durchgänge wurden in der Rekordzeit von 85 Minuten bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit durchgezogen, nachdem ein turbulenter Wind für eine einstündige Unterbrechung gesorgt hatte. Nach dem Wettkampf wurde der österreichische Skisprung-Held Andreas Goldberger zehn Jahre nach seinem Titelgewinn an gleicher Stelle mit einer großen Show verabschiedet.

© SID

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