Skispringen Skifliegen
Schmitt bei "Skandalspringen" nur auf Platz 15

Nach einer fragwürdigen Jury-Entscheidung landete Martin Schmitt beim Skifliegen in Oberstdorf nur auf dem 15. Platz. Schmitt musste bei extrem schlechten Windbedingungen springen.

Martin Schmitt ist bei der skandalösen WM-Generalprobe im heimischen Oberstdorf von der Jury betrogen worden und auf Platz 15 abgestürzt. Der völlig frustrierte viermalige Weltmeister musste im ersten Durchgang bei deutlich schlechteren Windbedingungen als die Konkurrenz springen. Genauso ging es dem Österreicher Gregor Schlierenzauer, der nach sechs Siegen in Folge nur Achter beim Sieg des Finnen Harri Olli wurde und anschließend mit Tränen in den Augen die Verantwortlichen angriff.

Schlierenzauer: "Fühle mich verarscht"

"Ich fühle mich verarscht und hintergangen. Der Anlauf war viel zu lang - soll ich hier mit zwei gebrochenen Beinen im Krankenhaus landen?", fragte der erstmals bei einem Skifliegen geschlagene Gesamtweltcup-Spitzenreiter Schlierenzauer, der den neuen Weltcup-Rekord von sieben Siegen in Serie verpasste: "Für mich ist ein Traum gestorben. Ich fordere, dass die Athleten in Zukunft mehr Einfluss bekommen."

Schmitt zeigte seinen Protest, als er bei der Landung seines zweiten Fluges demonstrativ auf einen Telemark-Aufsprung verzichtete. "Die Geste kam aus dem Innersten. Ich bin sauer, die Entscheidungen der Jury waren völlig unverständlich", sagte er.

Bei starkem Aufwind war der Weltmeister Olli im ersten Durchgang auf den Schanzenrekord von 225,5 Metern gesegelt, 2,5 Meter weiter als die alte Bestmarke des Norwegers Roar Ljökelsöy. Daraufhin unterbrach die Jury beim Finale der Team-Tour bei starkem Schneefall die Konkurrenz, obwohl der Wind innerhalb des Korridors war.

Bundestrainer Schuster stinksauer

Schmitt musste warten, hatte ohne Aufwind keine Chance mehr und flog 42 Meter weniger als der sonst gleichstarke Finne. "Der Jury ging es zu weit - da haben sie gedacht, da warten wir mal vor dem Schmitt, bis die Bedingungen schlechter sind", schimpfte Schmitt nach dem letzten Einzelspringen vor der am Mittwoch beginnenden Nordischen Ski-WM in Liberec: "Für die WM ist das aber egal."

Im zweiten Durchgang flog er von Platz 19 immerhin noch auf Position 15 mit 342,1 Zählern nach vorn - ein rechter Trost war das aber nicht mehr. Pascal Bodmer wurde 19., WM-Starter Michael Neumayer stürzte an einem enttäuschenden Abend auf Platz 25 ab.

Olli siegte mit 435,8 Zählern vor den Norwegern Anders Jacobsen (428,6) und Johan Remen Evensen (426,5). Norwegen übernahm in der Gesamtwertung der neuen Team Tour vor dem entscheidenden Team-Skifliegen am Sonntag (14.45 Uhr/live in ZDF und Eurosport) auch die Führung von Österreich und hat beste Chancen auf den Jackpot von 100 000 Euro für die beste Nation. Deutschland liegt als Vierter chancenlos zurück.

Bundestrainer Werner Schuster war nach dem Skandalspringen stinksauer. "Was die Jury gemacht hat war spitzbübisch und über der Grenze. Sie haben einfach auf schlechtere Bedingungen gewartet, obwohl der Wind im Korridor war", sagte er. Walter Hofer vom Internationalen Skiverband FIS verteidigte die Entscheidungen jedoch: "Die Jury muss den Wettkampf steuern und die Sicherheit der Athleten garantieren. Das haben sie gemacht."

© SID

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