Skispringen Skifliegen
Uhrmann nährt deutsche Medaillenträume

Michael Uhrmann ist bei der Qualifikation für die Skiflug-WM mit 197 Metern als bester Deutscher auf dem achten Rang gelandet. Mit 205,5 Metern sicherte sich Titelverteidiger Roar Ljökelsoy den Spitzenplatz.

Mit dem achten Platz bei der Qualifikation für die Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm hat Michael Uhrmann den deutschen Medaillenhoffnungen neuen Nährboden geliefert. Bei Kaiserwetter beendete der Team-Olympiasieger einem Traumflug mit verkürztem Anlauf bei 197 Metern, während Titelverteidiger Roar Ljökelsoy (Norwegen) mit 205,5 Meter in die Favoritenrolle für die Einzel-Entscheidung am Freitag und Samstag (jeweils 13.45 Uhr/live in RTL) flog.

"Das war noch nicht optimal, aber schon viel besser als bei der Tournee", erklärte der mit Training auf der 70-Meter-Kinderschanze wieder fit gemachte Uhrmann: "Um eine Einzel-Medaille gegen all die Skiflug-Spezialisten zu gewinnen, müsste es optimal laufen. Aber beim Teamspringen am Sonntag wollen wir in jedem Fall unsere Medaillenchance nutzen." Die deutschen Flieger präsentierten sich im tief verschneiten Österreich nach dem schwächsten Tournee-Resultat seit 14 Jahren und ohne Krisenflieger Martin Schmitt in ansteigender Form.

Herr, Neumayer und Späth schaffen souveräne Qualifikation

Alexander Herr (Schonach/196,5 Meter), Michael Neumayer (Berchtesgaden/195) und Georg Späth (Oberstdorf/183) schafften souverän den Sprung in den Wettbewerb. "Wir haben uns nach der Tournee zusammengehockt und uns geschworen, dass wir einfach Spaß haben wollen. Die Stimmung in der Mannschaft wird schlechter geredet als sie ist", meinte Neumayer.

Auch Herr war bester Laune, weil er trotz eines völlig verpatzten Absprungs eine persönliche Bestweite schaffte: "Ich hätte fast einen Vorwärtssalto in der Luft gedreht. Wenn ich mit so einem Harakirisprung nur ein paar Meter hinter den Besten bin, ist hier sehr viel für mich möglich."

Die deutschen Topflieger flogen weiter als die beiden Tournee-Sieger Janne Ahonen (Finnland/190) und Jakub Janda (Tschechien/190). Bundestrainer Peter Rohwein war trotzdem nicht ganz zufrieden: "Die Mannschaft hat sich nicht schlecht verkauft, allerdings können wir noch Kleinigkeiten verbessern." Dann könnte nach den Eindrücken des ersten Flugtages durchaus die vom Verband geforderte Medaille im Teamwettbewerb am Sonntag (Sportchef Thomas Pfüller: "Ich erwarte nach der schwachen Tournee eine deutliche Reaktion") möglich sein.

Schmitt trainiert daheim

Während die deutschen Flieger am Kulm bei eisigen minus zehn Grad flogen, trainierte Martin Schmitt daheim in Hinterzarten. Der viermalige Weltmeister fehlt wegen Formschwäche erstmals seit zehn Jahren bei einer Skiflug-WM. Der als Ersatz nominierte Team-Olympiasieger Stephan Hocke (Oberhof) schaffte im Training nur 165 Meter und muss bei der WM zuschauen. Insgesamt sahen die gut 5 000 Zuschauer an der größten Naturschanze der Welt zehn Flüge über die 200-Meter-Marke. Den weitesten Trainingssprung stand mit 212 Metern der Österreicher Martin Koch, der nur knapp am Schanzenrekord von Sven Hannawald (214 Meter) scheiterte.

Höhepunkt der WM wird am Freitag die Verabschiedung von Andreas "Goldi" Goldberger (Österreich) sein, der zehn Jahre nach seinem WM-Titel im Fliegen noch einmal über 200 Meter segeln will. Als Ehrengäste an der Schanze werden die lebende Boxlegende Muhammad Ali, Schwimmer Mark Spitz und Fußball-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus erwartet.

© SID

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