Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Ahonen holt Auftaktsieg in Oberstdorf

Der Finne Janne Ahonen hat das Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf knapp vor dem Norweger Roar Ljökelsoy gewonnen. Als bester Deutscher kam Georg Späth auf den siebten Platz.

Der Finne Janne Ahonen hat beim Auftaktspringen der 54. Vierschanzentournee in Oberstdorf wie schon im Vorjahr triumphiert, die deutschen Spitzenspringer Georg Späth und Michael Uhrmann belegten die Plätze sieben und neun. Für Sprünge auf 130,5 und 130 Meter erhielt Ahonen 270,9 Punkte. Platz zwei belegte Roar Ljökelsoy (Norwegen/268,4) vor Weltcup-Spitzenreiter Jakub Janda (Tschechien/262,6).

Der Oberstdorfer Späth war mit Sprüngen auf 119,5 und 129 Meter und 245,3 Punkten bester Deutscher. Der Bayer Uhrmann aus Rastbüchl kam auf 120,5 und 127,5 Meter und 244,4 Punkte. Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt (Furtwangen) landete nur auf Platz 24.

"Die Gesamtwertung kann ich abschreiben, ich bin sehr unzufrieden. Man braucht nicht drumrumzureden: Das waren meine schlechtesten Sprünge bislang. Ich war einfach zu verkrampft", ärgerte sich der als Anwärter auf den ersten deutschen Sieg seit Hannawald vor vier Jahren angetretene Uhrmann.

Ahonen kratzt an Weißflog-Rekord

Ahonen kassierte für den ersten Saisonerfolg 30 000 Schweizer Franken und möchte nun zum vierten Mal Tournee-Gesamtsieger werden. Das hat bislang nur der Deutsche Weißflog geschafft. "Ich bin nicht so überrascht über den Sieg. Ich habe alles anders gemacht als im Training - neuer Ski, neuer Anzug, neuer Flug. Natürlich will ich die Tournee gewinnen", erklärte Ahonen.

Die Deutschen muss er nicht mehr fürchten, obwohl Späth als Siebter mit 245,3 Punkten seine beste Saisonplatzierung schaffte. "Natürlich ist der Platz super, aber ich wäre lieber zweitbester Deutscher gewesen. Wir haben alle gehofft, dass der Uhri vorn reinspringt", meinte Späth.

Schmitt als "Lucky Loser" im Finale

Trainings-Weltmeister Alexander Herr (Schonach) löste als Zwölfter das Olympiaticket, wäre "aber aber lieber bei der Siegerehrung dabeigewesen". Schmitt unterlag im K.o.-Duell der Ex-Weltmeister mit schwachen 116 Metern klar gegen den 95er Champion Takanobu Okabe (Japan/128), zitterte sich aber als einer der fünf "Lucky Loser" ins Finale. Über seinen Mittelfeld-Platz mit 220,7 Punkten konnte er sich nicht freuen: "Meine Ansprüche sind anders, ich habe wieder Probleme im Flug. Mir fehlt das Vertrauen in die eigene Leistung." Michael Neumayer (Berchtesagden) wurde 21.

Bundestrainer Peter Rohwein lobte die mannschaftliche Geschlossenheit, war aber enttäuscht über die fehlende Top-Platzierung: "Der Mann ganz vorn hat gefehlt. Michi war nicht so gelöst wie im Training." Bei schwierigen Rückenwind-Bedingungen endeten auch die Träume einiger Topfavoriten wie des letztjährigen Tournee-Favoriten Thomas Morgenstern (Österreich) schon im ersten Sprung. Am schlimmsten erwischte es den Schanzenrekordhalter Sigurd Pettersen (Norwegen), der mit einem Hüpfer auf 80,5 Meter alle Chance auf den zweiten Gesamtsieg nach 2004 verspielte.

Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und den Springen in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) will Uhrmann wieder angreifen: "Jetzt ist mein Ziel, wenigstens einmal ganz oben zu stehen."

Peter Rohwein soll unabhängig von den Ergebnissen beim Skisprung-Grand-Slam noch lange Chefcoach bleiben. "Wir planen auf alle Fälle bis 2010 mit Peter, da gibt es überhaupt keine Diskussionen. Es geht vorwärts, da ist etwas im Entstehen", sagte DSV-Sportchef Thomas Pfüller. Der Nachweis bei der Tournee steht nach Oberstdorf allerdings noch aus.

© SID

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