Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
DSV-Adler Späth fliegt aus dem Kader

Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein hat Georg Späth aus dem Kader für die Vierschanzentournee geworfen. Damit reagierte der Coach auf den enttäuschenden 56. Platz in der Qualifikation für das Auftaktspringen.

Erst flog Georg Späth ausgerechnet auf seiner Heimatschanze nur auf Rang 56 der Qualifikation, danach musste der Oberstdorfer umgehend auch seinen Platz in der deutschen Mannschaft räumen. Für den Team-Vizeweltmeister war die 55. Vierschanzentournee damit bereits vor dem Auftaktsringen zu Ende. Wann der langjährige Stammspringer in den deutschen Kader zurückkehrt, ist völlig offen.

"Wir haben die Entscheidung gemeinsam getroffen. Georg soll jetzt in Ruhe trainieren, damit er seine Form wiederfindet", sagte Bundestrainer Peter Rohwein nach einem langen Gespräch mit Späth. Der 1,89 Meter große Modellathlet packte noch am Morgen vor dem Tournee-Auftakt seine Sachen und reiste aus dem Müttergenesungsheim "Hohes Licht", dem deutschen Teamquartier ab. Weit musste er nicht laufen, denn seine Wohnung unweit der Schanze ist nur wenige Meter entfernt. Das Schattenberg-Springen, dass er 2003 und 2005 jeweils als Siebter unter den Top Ten beendet hatte, mochte er sich allenfalls am TV-Schirm ansehen.

"Die Entscheidung ist korrekt"

"Es ist sehr bitter, nur Zuschauer zu sein", meinte Späth. "Gerade hier in Oberstdorf habe ich schon viele gute Ergebnisse geschafft und mir oft den richtigen Schwung für die Saison geholt", sagte Späth. "Aber die Entscheidung ist korrekt. Ich bin einfach nicht rechtzeitig in Form gekommen."

Nach dem persönlichen Debakel des letztjährigen Gesamt-Zehnten und achtmaligen Tournee-Teilnehmers sah es noch im August überhaupt nicht aus. Damals siegte der 25-Jährige beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten und beendete die deutsche Erfolglosigkeit im Weltcup nach 933 Tagen. "Ich habe keine Ahnung, warum es dann plötzlich abwärts ging", rätselte Späth, der vor allem technische Probleme bei der Anfahrt ins Feld führt.

"Wenn es nicht läuft, dann fängst du an zu probieren, und die Unsicherheit wird immer größer". Späth probierte alles, reiste noch am Tag vor dem Tournee-Auftakt 400 Kilometer zum Geheimtraining nach Ramsau, übte dort auf einer kleineren Schanze. Eine am Ende erfolglose Zusatz-Strapaze.

Spezialtraining für Späth

"Ich weiß um das große Potenzial von Georg. Deshalb habe ich bisher immer zu ihm gehalten. Der muss manchmal nur Kleinigkeiten ändern, und bums ist er ganz vorne dabei", sagte Peter Rohwein. Späths ehemaliger Teamgefährte Sven Hannawald macht aber auch dem Coach einen Vorwurf. "Er hat es bis jetzt nicht geschafft, Georg richtig zu kitzeln. Das ist doch ein Riesentalent."

Späth soll nun versuchen, im Spezialtraining wieder den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen. Ein magerer 18. Platz vom November-Auftakt in Kuusamo taugt nicht für die Aufnahme in den WM-Kader. Frühestens in Zakopane (20./21. Januar) ist mit einer Rückkehr des Sportsoldaten in das Weltcup-Team zu rechnen. Wahrscheinlicher ist, dass Späth erst im Februar bei den Heim-Weltcups in Titisee-Neustadt (3./4.) und Willingen (10./11.) die Chance erhält, die WM-Qualifikation zu schaffen.

© SID

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