Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
DSV lockt trotz Finanznot mit üppigen Prämien

Der Deutsche Skiverband (DSV) muss in den kommenden Jahren einen deutlichen Sparkurs einlegen. Die Skispringer sind davon jedoch nicht Betroffen. Bei der 56. Vierschanzentournee winken üppige Prämien.

Deutschlands Skispringer sind bei der 56. Vierschanzentournee nicht vom Sparkurs des Deutschen Skiverbandes (DSV) betroffen. Für die "Adler" gibt es üppige Prämien. Der erste Triumph bei einem Einzelspringen seit fünf Jahren wäre für Martin Schmitt und seine Kollegen 25 000 Euro wert. Für den eher unwahrscheinlichen Fall des ersten deutschen Gesamtsieges seit Sven Hannawald 2002 gäbe es sogar 50 000 Euro.

"Wir müssen dort intelligent sparen, wo es dem Sport am wenigsten schadet. Zum Beispiel beim Prämiensystem für die Sportler, wo ein Großteil wegfällt", sagte Verbands-Sportchef Thomas Pfüller vor dem am Sonntag (16.30 Uhr/live im ZDF) in Oberstdorf beginnenden Skisprung-Grand-Slam dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Aber bei der Tournee bleiben die Zahlungen bestehen. Erfolge im Skispringen haben Priorität."

Schließlich hängt die Höhe der Einnahmen durch den TV-Vertrag und damit das Schicksal des Verbandes vor allem an den Leistungen der Skispringer. Weil die zuletzt wenig berauschend waren, zahlen ARD und ZDF für die nationalen Rechte an den deutschen Weltcups mit dem Sahnestück Vierschanzentournee angeblich jährlich etwa zwei Mill. Euro weniger als der bisherige Rechteinhaber RTL. Der musste für die Rückgabe der Rechte an den Österreich-Springen der Tournee und der Skiflug-WM zudem mit geschätzten gut fünf Mill. Euro aus den Rücklagen des DSV abgefunden werden.

DSV hofft auf Vertragsverlängerung mit ARD und ZDF

Der nach langem Hickhack abgeschlossene Vertrag mit den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern gilt zudem nur den laufenden Winter. Im nächsten Jahr müssen ARD und ZDF sich entscheiden, ob sie eine Option bis 2011 ziehen. Das bringt Unsicherheit und könnte weitere Einbußen in Millionenhöhe wegen Vermarktungsproblemen nach sich ziehen. Die bis 2010 als Tournee-Vermarkter feststehende Firma IMG zum Beispiel zahlt diesen Winter angeblich eine Million Euro weniger an den DSV.

"Ich hoffe und gehe davon aus, dass ARD und ZDF die Option für die Verlängerung des Vertrages ziehen. Wenn das getan wird, besteht keine Insolvenzgefahr für den Verband, und wir können bis Olympia 2010 auf einem reduzierten, aber ordentlichen Weg weitergehen", meint Pfüller und unterstreicht den Ernst der Lage.

Wegen der sinkenden Zuschauerzahlen - in Oberstdorf gibt es mit bislang nur 12 000 verkauften Tickets einen Minusrekord für die vergangenen Jahre - ist auch der Tournee-Gesamtetat auf etwa 1,5 Mill. Euro geschrumpft.

Das Gesamt-Preisgeld bei den vier Springen stagniert seit Jahren bei etwa 200 000 Euro, aber immerhin gibt es wieder ein Auto im Wert von 27 000 Euro als Prämie für den Gesamtsieger.

© SID

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