Skispringen Vier-Schanzen-Tournee: Ernüchterung im DSV-Lager, Luxussorgen bei Ahonen

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Ernüchterung im DSV-Lager, Luxussorgen bei Ahonen

Beim DSV macht sich nach dem schlechtesten Ergebnis bei der Vierschanzentournee seit acht Jahren Ernüchterung breit. Während die Deutschen den "Grand Slam" schon abgehakt haben, kämpft Janne Ahonen um den Gesamtsieg.

Des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. Als umso bitterer stellt sich die Situation dar, wenn die Leidgeprüften aus den Reihen des DSV kommen, während die Athleten anderer Nationen um Siege und Anerkennung kämpfen. Das schlechteste Ergebnis für die deutschen Skispringer bei der Vierschanzentournee seit acht Jahren und ein Martin Schmitt, der in der Krise steckt, sorgen für Ernüchterung bei den einst erfolgsverwöhnten DSV-Adlern um Bundestrainer Peter Rohwein.

Während das deutsche Team die Tournee schon abgehakt hat und sich nach einem Krafttraining am Ruhetag als Verlierer auf den Weg zum dritten Springen am Mittwoch in Innsbruck (13.45 Uhr live in RTL) macht, kämpfen Oberstdorf-Sieger Janne Ahonen (Finnland) und Jakub Janda (Tschechien) als Triumphator in Garmisch-Partenkirchen um den Tournee-Gesamtsieg.

"Ich will in Innsbruck und Bischofshofen zwar einen Podestplatz holen, aber wenn es nicht klappt, ist es auch kein Beinbruch", sagte Michael Uhrmann, der in der Gesamtwertung mit 42,1 Punkten Rückstand auf Ahonen chancenlos ist: "Wir dürfen nicht zu viel nachdenken, schließlich kommt die Skiflug-WM gleich nach der Tournee, und da wollen wir eine Medaille im Team holen. Und das größte Ziel in diesem Winter ist ohnehin Olympia." Bis dahin will er sich an seine neue Rolle als Vorflieger gewöhnen und die verlorene Leichtigkeit wiederfinden.

"Ich hoffe, er lernt daraus"

Auch Bundestrainer Peter Rohwein plant über die Tournee hinaus: "Es geht Schlag auf Schlag, und ich werde nicht zulassen, dass wir uns da in eine miese Stimmung manövrieren." Sein größtes Sorgenkind Martin Schmitt, der beim Neujahrsspringen erstmals seit neun Jahren nur Zuschauer war, startet bei den restlichen beiden Springen in Österreich nur, "weil es keine andere Möglichkeit gibt".

Nach der Tournee droht dem viermaligen Weltmeister der Rauswurf aus dem Team für die Skiflug-WM in Bad Mitterndorf (13. bis 15. Januar). "Wir werden einen Schnitt machen und sehen, ob es Sinn macht, Martin mitzunehmen. Momentan ist er aber nicht in der Lage dazu", sagt der Bundestrainer.

Kritik übt Rohwein aber auch an den Leistungen seiner Besten, an Michael Uhrmann (9. und 7.) und Georg Späth (7. und 9.). Während der Chefcoach bei Späth über die "falsche Einstellung seiner Ski" beim Neujahrsspringen moserte, sei der als Geheimfavorit angetretene Uhrmann mit der Chance auf einen Podestplatz verkrampft: "Ich hoffe, er lernt daraus."

Die Luxussorgen des Janne Ahonen

Rohwein selbst steht im Deutschen Skiverbandes (DSV), der seinen Vertrag bis 2010 verlängern will, außerhalb jeder Kritik. "Das Topergebnis fehlt halt, aber wir dürfen uns jetzt nicht verrücktmachen lassen. Ich vertraue auf Peter Rohwein, er leistet saubere und solide Arbeit", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann dem sid.

Für Sportdirektor Thomas Pfüller ist die Tournee in diesem Winter ohnehin zweitrangig: "Was hilft es dir, wenn du bei der Tournee Siege feierst, und dann bei den Winterspielen ohne Medaille dastehst. Ich bin sicher, dass wir bei Olympia topfit sein werden."

Für Überflieger Jakub Janda indes zählt nur die Tournee. Kein Wunder, schließlich hat er die Chance auf den ersten tschechischen Gesamtsieg seit Jiri Raska vor 35 Jahren. Nur 5,8 Punkte liegt er bei Halbzeit hinter Ahonen. Seine Freundin Lucie gibt ihm die Kraft, damit er endlich seinen Skoda Octavia durch einen neuen Wagen ersetzen kann.

Die Nobelkarosse für den Gesamtsieg (Nissan X-Rail) interessiert aber auch Janne Ahonen, der mit Triumph Nummer vier den Rekord von Jens Weißflog einstellen könnte: "Natürlich will ich das Auto, auch wenn es wegen der Steuer wieder schwer wird, das Ding nach Finnland zu bringen." Zumindest diese Luxussorgen haben die deutschen Springer nicht ...

© SID

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