Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Fans setzen auf Schlierenzauer und Jacobsen

Geht es nach den Buchmachern, dann gibt es zwei klare Favoriten auf den Sieg bei der Vierschanzentournee der Skispringer: Die Newcomer Gregor Schlierenzauer (AUT) und Anders Jacobsen (NOR).

Gregor Schlierenzauer möchte seinen 17. Geburtstag am 7. Januar am liebsten mit dem Gesamtsieg feiern, Anders Jacobsen würde seinen Klempnerkollegen mit einem Triumph gern eine Freude machen - zwei Newcomer sind die großen Favoriten bei der 55. Vierschanzentournee. "Die Tournee kenne ich bislang nur aus dem Fernsehen. Das sieht aber nach einer Menge Spaß aus", meint Jacobsen vor dem Auftaktspringen am Samstag in Oberstdorf (RTL ab 15.30 Uhr live) grinsend.

Bis zum Sommer reparierte der 21-Jährige noch Toiletten und sprang am Abend nur aus Gaudi von der Schanze. Dann wurde er von Trainer Mika Kojonkoski entdeckt und feierte beim letzten Springen vor dem Skisprung-Grand-Slam mit seinem Fledermaus-Flugstil überlegen den ersten Weltcup-Sieg.

Ähnlich raketenartig war die Entwicklung von "Wunderknabe" Schlierenzauer, der bei seinen ersten vier Weltcupspringen gleich zwei Erfolge feierte. Bei den Zockern ist Schlierenzauer mit einer Quote von 3,5 für 1 Favorit vor Jacobsen (4,25 für 1). "Die Erfolge sind gewaltig, bei der Tournee kann mir doch gar nichts passieren. Ich habe jetzt schon mehr erreicht, als ich mir jemals erträumt habe", sagt "Schlieri", dem Schwester Gloria bei den Bergen von Autogrammpost helfen muss.

Weiterbildung beim Pokern

Momentan ist das größte Talent des Skigymnasiums Stams nicht so oft in der Schule, dafür bildet sich Schlierenzauer beim Pokern mit den prominenten Teamkollegen wie Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern weiter. Und sein größter Wunsch ist eigentlich auch nicht der Tourneesieg: "Ich würde gern mal mit Fernsehkoch Tim Mälzer kochen. Das wäre total lässig."

Großen Druck macht sich das favorisierte Duo nicht, dennoch ist Walter Hofer nicht vom Erfolg der beiden Überflieger überzeugt, den fast alle Experten vorhersagen. "Beiden sind vom Stil die Zukunft des Skispringens. Aber bei der Tournee muss man die schwierige mediale Situation und die fehlende Routine berücksichtigen", meint der Skisprung-Chef des Internationalen Skiverbandes FIS: "Deshalb sehe ich die erfahrenen Athleten wie Adam Malysz, Janne Ahonen, Jakub Janda oder Simon Ammann als Favoriten."

Ahonen könnte Geschichte schreiben

Ahonen, der im vergangenen Winter gemeinsam mit Janda triumphierte, könnte mit seinem fünften Tournee-Sieg Geschichte schreiben und Jens Weißflog als Rekordhalter ablösen. Allerdings taucht auf den Zetteln der Trainer viel häufiger der Name von Gesamtweltcup-Spitzenreiter Ammann auf, der gut fünf Jahre nach seinem spektakulären Doppel-Olympiasieg von Salt Lake City wieder ganz oben ist.

Trotzdem glaubt Norwegens Cheftrainer Mika Kojonkoski an eine Tournee der Jungen: "Schlierenzauer oder Jacobsen - einer von den beiden gewinnt." Auch für Bundestrainer Peter Rohwein stehen diese Newcomer ganz oben: "Schlierenzauer fliegt wie ein Blatt Papier. So ein Talent gibt s in Deutschland nicht." Deshalb kann man bei einem deutschen Tournee-Gesamtsieg im Wettbüro richtig viel Geld verdienen - für Michael Uhrmann gibt es 41 für 1, für Martin Schmitt 67 für 1.

© SID

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