Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Favorit Morgenstern gewinnt Tournee-Auftakt

Top-Favorit Thomas Morgenstern aus Österreich hat das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen. Bester DSV-Adler war Severin Freund auf Platz sechs.

Thomas Morgenstern krönte seine Flugshow mit einem überlegenen Sieg, Severin Freund jubelte über Platz sechs - nur Martin Schmitt verlor im Nebel von Oberstdorf den Durchblick. Beim Auftaktspringen der 59. Vierschanzentournee musste sich der Vizeweltmeister nach einem völlig verpatzten ersten Sprung mit Platz 18 begnügen, während Freund und Michael Neumayer als Achter die euphorischen Fans am Schattenberg begeisterten.

"Ich bin absolut zufrieden. Das ist das beste Mannschaftsergebnis in meiner Laufbahn beim Deutschen Skiverband", sagte der erleichterte Bundestrainer Werner Schuster. Mit einem Lächeln auf den Lippen und hoch gereckter Faust hatte der Österreicher die Flüge von Freund auf 127 und 131,5 Meter gefeiert. Schuster empfand vor allem Genugtuung, nachdem seine Athleten vor dem Tournee-Auftakt bereits als Hühner verspottet worden waren: "Severin klettert auf der Karriereleiter Schritt für Schritt nach oben."



20 000 Fans feuern DSV-Adler an

Freund ließ sich von der Gänsehaut-Atmosphäre und den lauten "Ziiiieehh"-Rufen der 20 000 Fans zu seinem besten Karriereergebnis tragen. "Ich habe von den Top Ten geträumt, und jetzt ist es wahr geworden", sagte der Bayer aus Rastbüchl: "Allerdings war ich schon ein bisschen nervös auf dem Balken, als ich die Leute da unten hörte."

Mit 258,7 Punkten fehlten Freund allerdings mehr als 30 Punkte zu Überflieger Morgenstern. Der 24-Jährige erhielt für Flüge auf 131,5 und 138 Meter 289,6 Punkte und ließ sich im Auslauf schon wie der Tournee-Sieger feiern. "Sensationell! Das Feeling wollte ich vor der Tournee haben", sagte der haushohe Favorit. Bei seinem mit 8 000 Euro belohnten Sieg verwies der Österreicher den Finnen Matti Hautamäki (273,1 Punkte) und seinen Landsmann Manuel Fettner (264,0) auf die Plätze zwei und drei.

Weit vom Podium entfernt waren die anderen Deutschen. Richard Freitag (Aue) sprang auf Platz 13, Routinier Michael Uhrmann (Rastbüchl) belegte Platz 19. Für Felix Schoft (Partenkirchen) reichte es nur zu Rang 21. Stephan Hocke (Schmiedefeld) wurde 24. und Maximilian Mechler (Isny) sammelte als 29. noch zwei Weltcup-Punkte.



Schmitt nach erstem Sprung leicht genervt

Das Herz der Fans sollte aber ohnehin Martin Schmitt erwärmen, doch die Jubelrufe blieben dem erwartungsfrohen Publikum schon beim ersten Sprung im Halse stecken. "Was will man machen, wenn man zwei Meter flacher ist? Da ist nirgends ein Luftballon, der einen wieder nach oben schraubt", meinte der leicht genervt wirkende Schmitt, der mit der durchziehenden Nebelwand seine Probleme hatte.

Im Probedurchgang hatte der 32-Jährige noch Platz vier belegt und damit die starke Leistung aus der Qualifikation bestätigt. Als die Bedingungen immer schwieriger wurden, schwanden auch Schmitts Flugkünste. Selbst als er seinen Hüpfer auf 111,5m im zweiten Durchgang mit einem Satz auf 127,5m teilweise korrigierte, rang sich der Vizeweltmeister nur ein müdes Lächeln ab.

Nicht wirklich glücklich waren auch der frühere Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof), Jungstar Pascal Bodmer (Meßstetten) und Julian Musiol (Zella-Mehlis), die als einzige von elf deutschen Startern das Finale und damit wichtige Weltcup-Punkte verpassten.



Morgenstern baut Führung aus

Im Gesamtweltcup baute Morgenstern die Führung durch seinen fünften Saisonsieg vor Andreas Kofler aus und liegt mit 705 Punkten deutlich vor dem Tournee-Titelverteidiger (505). Bester Deutscher ist nach wie vor Freund, der mit 156 Punkten Platz 14 belegt.

Die 59. Vierschanzentournee wird am Donnerstag in Garmisch-Partenkirchen mit der Qualifkation für das Neujahrsspringen fortgesetzt. Die weiteren Stationen sind Innsbruck (2./3. Januar) und Bischofshofen (5./6. Januar). Für den Gesamtsieger gibt es ein über 25 000 Euro teures Auto - damit muss sich aus dem deutschen Team bei der momentanen Überlegenheit von Morgenstern allerdings niemand beschäftigen.

© SID

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