Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Gregor Schlierenzauer siegt in Oberstdorf

Gregor Schlierenzauer (Österreich) hat das Auftaktspringen bei der 55. Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen. Der Youngster verwies Andreas Küttel (Schweiz) und Adam Malysz (Polen) auf die Plätze.

Youngster Gregor Schlierenzauer hat das Auftaktspringen bei der 55. Vierschanzentournee in Oberstdorf für sich entschieden. Der 16 Jahre alte Österreicher erhielt vor 21 000 Zuschauern für Flüge auf 135,5 und 142m auf der Schattenbergschanze insgesamt 296,0 Punkte und verwies den Schweizer Andreas Küttel (286,5 Punkte) und den früheren Tourneesieger Adam Malysz aus Polen (280,3) auf die Plätze. Im Gesamtweltcup übernahm Schlierenzauer durch seinen dritten Saisonsieg mit 410 Punkten zugleich die Führung.

Bester deutscher Springer war der Oberhofer Jörg Ritzerfeld auf dem 12. Platz. Danach folgten Michael Uhrmann aus Rastbüchl auf Rang 15 und Martin Schmitt aus Furtwangen auf Position 18. Die deutschen Skispringer haben ihren schlechtesten Start in die Vierschanzentournee seit 21 Jahren abgeliefert.

Schmitt: "Mit dieser Leistung bin ich nicht glücklich"

"Mehr haben wir derzeit wohl nicht drauf. Mit dieser Leistung bin ich nicht glücklich", sagte Ex-Weltmeister Martin Schmitt nach einigen nicht druckreifen Flüchen zur Situation. Der als 15. "schwer enttäuschte" Olympia-Vierte Michael Uhrmann ergänzte: "Ganz bitter, wenn man vor so einer tollen Kulisse so ein Ergebnis bringt. Um die Gesamtwertung müssen wir uns keine Gedanken machen."

Die größte Auftaktpleite der Tournee-Historie, bei der 1985 der heutige russische Cheftrainer Wolfgang Steiert als 13. bester Deutscher war, bleibt nur deshalb in den Annalen, weil Nobody Ritzerfeld mit seiner besten Saisonleistung überzeugte und zugleich die WM-Norm schaffte. "Bester Deutscher war ich schon öfter, aber komischerweise immer nur dann, wenn es bei den Anderen schlecht läuft", meinte der Oberhofer lächelnd.

Bundestrainer Rohwein zerknirscht

"Natürlich hatten wir uns mehr ausgerechnet. Nur im ersten Durchgang konnten wir mithalten", räumte Bundestrainer Peter Rohwein zerknirscht ein. Zuletzt hatte Sven Hannawald am 29. Dezember 2002 am Schattenberg gewonnen und damit für den bislang letzten Sieg der DSV-Truppe in der Tournee-Historie gesorgt.

Nachdem vor allem Ritzerfeld und Uhrmann im ersten Durchgang vom förderlichen Aufwind profitierten, freute sich Rohwein noch über "tolle Flüge, die wir alle sehen wollen" und sprach von "Balsam auf die Seele" seiner schon im Tournee-Vorfeld heftig kritisierten Truppe. Ritzerfelds gute 129,5 Meter reichten bei Halbzeit dennoch nur zu Rang 11, weil danach die Favoriten ernst machten. Im Finale zeigte der vor einem Jahr in Oberstdorf mit Kreuzbandriss ausgeschiedene Thüringer wenigstens Stabilität. "Jörg hat seine Sache richtig gut gemacht", lobte Rohwein.

Für Team-Vizeweltmeister Georg Späth (in Oberstdorf 2003 und 2005 jeweils 7.) war die Tournee bereits vor dem ersten Springen vorbei. Der Oberstdorfer Lokalmatador hatte als 56. der Qualifikation total versagt und wurde danach von Rohwein aus der Mannschaft genommen. Späth soll nun ein Spezialtraining absolvieren, um sich noch in taugliche Form für die WM im japanischen Sapporo zu bringen.

© SID

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