Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Jacobsen setzt die Bestmarke - Schmitt ganz stark

Auch beim zweiten Springen der Vierschanzentournee hat Anders Jacobsen das Qualifikationsspringen gewonnen. Der Norweger landete in Garmischen-Partenkirchen bei 126,5 Meter. Martin Schmitt überzeugte mit 125 Metern.

Ex-Weltmeister Martin Schmitt ist im Uralt-Sprunganzug bei der Qualifikation zum Neujahrsspringen der 55. Vierschanzentournee in die Weltspitze gesegelt. Auf der alten Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen stand der Furtwanger mit 125 Metern die Bestweite aller bis dahin gestarteten Springer. Danach jedoch wurde der Anlauf für die Gruppe der 15 Gesetzten verkürzt und Schmitt schließlich dem Reglement entsprechend auf Platz 16 geführt - als Bester der "Nichtgesetzten" und Zweitbester des Tages hinter dem Norweger Anders Jakobsen, der mit 126,5 Metern den weitesten Sprung verzeichnete.

"Mein Sprungsystem stimmt plötzlich. Auf meine alten Tage komme ich da sogar auf der alten Schanze zurecht. Vielleicht sollten sie die gar nicht abreißen", meinte Schmitt lächelnd. Kurz zuvor hatte er noch mit erhobener Faust seinen Coup gefeiert. Zum Tournee-Auftakt in Oberstdorf hatte er sich vom neuen, strafferen Sprunganzug eingeengt gefühlt und griff deshalb auf Material aus dem Vorjahr zurück. "Jetzt stimmt der Anstellwinkel der Ski. Alles richtig gemacht", meinte Schmitt.

Nur Uhrmann und Ritzerfeld noch dabei

Aus dem Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) schafften außer Schmitt nur noch Michael Uhrmann aus Rastbüchl und Jörg Ritzerfeld aus Oberhof den Sprung in den Wettbewerb der besten 50. Der in einer so genannten nationalen Gruppe der Nachwuchs-Athleten gestartete erst 16 Jahre alte Lokalmatador Felix Schoft (Partenkirchen) konnte mit seinen 116,5 Metern zwar locker mithalten, wurde danach aber wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzuges disqualifiziert und darf am Neujahrstag nicht antreten. Oberstdorf-Sieger Gregor Schlierenzauer (Österreich) schaffte nur 124 Meter und blieb damit hinter seinem großen Rivalen Jakobsen zurück.

Bei Frühlingswetter mit Sonnenschein, neun Grad über dem Gefrierpunkt und wenig Wind hatte Schmitt vor nur etwa 2000 Zuschauern auch schon im Training für Furore gesorgt. 18 Stunden nach seinem enttäuschenden 18. Platz beim Tournee-Auftakt brillierte der Schwarzwälder im ersten Probeflug mit der Durchgangs-Bestweite von 121 Metern und stand beim zweiten Versuch mit 125,5 Metern die zweitbeste Weite hinter dem Schweizer Andreas Küttel (127/Schanzenrekord von Adam Malysz aus Polen 129,5 Meter).

Schlierenzauer aufreizend lässig

Aufreizend lässig gab sich Oberstdorf-Sieger Schlierenzauer. Der 16 Jahre alte "Wunderknabe" aus Innsbruck ließ den ersten Probesprung aus, obwohl er nie zuvor auf dem Uralt-Bakken am Fuße des Zugspitzmassivs gesprungen war. Bei der zweiten Proberunde ließ Schlierenzauer den Absprungbalken extra für sich zwei Luken nach unten setzen, um mit so deutlich verkürztem Anlauf immer noch 123 Meter weit zu segeln.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%