Skispringen Vier-Schanzen-Tournee: Janda und Ahonen teilen sich Tournee-Sieg

Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Janda und Ahonen teilen sich Tournee-Sieg

Gleich zwei strahlende Gesichter gab es nach dem Finalspringen der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Jakub Janda und Janne Ahonen teilten sich auf den Zehntelpunkt genau den Gesamtsieg.

Was für ein Finale: Der Tscheche Jakub Janda und der Finne Janne Ahonen haben gemeinsam die 54. Vierschanzentournee gewonnen. Zum ersten Mal in der Geschichte waren am Ende zwei Springer nach vier Springen mit 1 081,5 Punkten gleichauf. Deshalb gibt es für beide jeweils ein Auto für den Gesamtsieg. Zudem stellte der überragende Ahonen mit seinem vierten Gesamtsieg den Rekord von Jens Weißflog ein

Im Abschlussspringen in Bischofshofen siegte Ahonen mit 293,0 Punkten für Flüge auf 141 und 141,5 Meter vor Janda (291,0) und holte damit genau den Rückstand auf den Tschechen auf. Bester Deutscher war Alexander Herr mit seinem besten Saisonresultat auf Platz sieben mit 262,5 Punkten. Die deutschen Skispringer blieben erstmals seit 14 Jahren ohne Podestplatz. In der Gesamtwertung belegte Georg Späth als bester Deutscher Rang zehn vor Michael Uhrmann.

Janda: "Mir fehlen die Worte"

"Es gibt zwei Gesamtsieger und zwei 33 000 Euro teure Autos als Siegespreis", löste Tournee-Pressechef Klaus Taglauer die alles entscheidende Frage im Zielraum von Bischofshofen. Die ungläubigen Ahonen und Janda stiegen Arm in Arm aufs oberste Siegerpodest, und der Finne konnte sein Glück nicht fassen: "Mir fehlen die Worte. Jens Weißflog ist der größte Skispringer aller Zeiten neben Nykänen und es ist grandios, seinen Rekord zu holen." Janda feierte den ersten tschechischen Gesamtsieg seit Jiri Raska vor 35 Jahren: "Unfassbar, aber geteilte Freude ist doppelte Freude."

Ahonen gewann das Finale in Bischofshofen mit 293,0 Punkten vor Janda (291,0) und holte damit genau die zwei Punkte Rückstand auf den Tschechen auf, die er vor dem Springen gehabt hatte. In einem unglaublich spannenden Herzschlag-Finale schaffte der nervenstarke Finne im letzten Sprung 141,5 Meter, während der bis dahin führende Janda nur auf 139 flog. In der bislang knappsten Entscheidung der Geschichte hatte 1956/57 Pentti Uotinen mit 0,7 Punkten Vorsprung vor seinem finnischen Landsman Eino Kirjonen gewonnen.

Weißflog: "Ich ziehe den Hut"

Jens Weißflog war nicht traurig über die verlorene Bestmarke: "Ich weine still ins Kissen. Nein im Ernst: Ich ziehe den Hut vor der Leistung von Ahonen, aber auch vor der von Janda. Die beiden sind verdiente Sieger." Bester Deutscher in der Gesamtwertung war der im Finale auf Platz 22 abgestürzte Georg Späth als Zehnter mit 976,7 Punkten direkt vor Uhrmann (975,0/Zwölfter in Bischofshofen). Die Nummer eins im einmal mehr enttäuschenden Abschlusspringen war Alexander Herr (Schonach) mit seinem besten Saisonresultat als Siebter mit 262,0 Punkten: "Ich habe endlich im Wettkampf gezeigt, was ich kann."

Somit waren drei enttäuschende siebte Plätze - zuvor Späth in Oberstdorf und Uhrmann in Garmisch-Partenkirchen - die besten Tournee-Platzierungen der Deutschen, die erstmals seit 1991/92 wieder keinerlei Chance auf einen Podestplatz hatten. "Wir haben insgesamt nicht das erreicht, was wir uns vorgestellt haben, das Spitzenresultat war nicht da. Jetzt hoffen wir auf die Skiflug-WM", kommentierte Bundestrainer Peter Rohwein die Pleite.

"Sicherlich muss man in Sachen Tournee nichts schön reden, das war enttäuschend. Wir geben uns nicht mit Mittelmaß zufrieden", erklärte DSV-Sportchef Thomas Pfüller. Trotzdem steht er zu "100 Prozent" hinter Bundestrainer Peter Rohwein. Der Chefcoach konnte seine Flieger allerdings auch bei seiner zweiten Tournee nicht zu einer Leistungssteigerung führen, es kam sogar noch schlimmer als im Vorjahr.

© SID

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