Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Morgenstern springt in Oberstdorf zum Sieg

Thomas Morgenstern hat den Auftakt der Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen. Der Österreicher landete mit 295,9 Punkten auf Rang eins. Michael Neumayer schaffte es als Siebter in die "Top Ten"

Auch wenn sie es nicht auf das Siegerpodest geschafft haben, konnten die deutschen Skispringer mit ihren Resultaten zufrieden sein. Michael Neumayer jubelte über Platz sieben, Martin Schmitt landete auf Platz elf. Doch zum Auftakt der 56. Vierschanzentournee in Oberstdorf flog Thomas Morgenstern der Konkurrenz davon.

"Das waren noch nicht 100 Prozent, aber die Jungs sind gut gesprungen", kommentierte Bundestrainer Peter Rohwein die gute Teamleistung: "Natürlich fällt im Erfolg alles leichter, auch das Lächeln." Michael Neumayer riss nach seinem besten Tournee-Auftritt sogar die Fäuste in den Flockenwirbel. "Siebter Platz, das ist tiptop. Aber mir wäre es noch lieber, wenn ich Ruhe arbeiten könnte", meinte der Berchtesgadener mit Blick auf die Trainerdiskussion.

Morgenstern: "Das war einfach geil"

Mit 259,5 Punkten für Flüge auf 131,5 und 128,5 Meter lag er stolze 36,4 Zähler hinter Morgenstern, der den siebten Sieg im achten Saisonspringen feierte. "Das war einfach geil. Der Sprung war der beste des Winters", meinte der überlegene Gesamtweltcup-Spitzenreiter nach seinem Traumflug auf die Bestweite von 141,5 Meter im zweiten Durchgang. Der Doppel-Olympiasieger visiert nun den Sieg in allen vier Springen an, die in 55 Jahren Tournee bislang nur Hannawald geschafft hat: "Das wär doch toll, wenn es nach einem Deutschen noch ein Österreicher schafft."

Morgenstern krönte vor 22 000 begeisterten Fans einen Austria-Doppelsieg vor seinem Landsmann Gregor Schlierenzauer und geht mit einem Vorsprung von 15,2 Punkten in das zweite Tourneespringen am 1. Januar in Garmisch-Partenkirchen. Der viermalige Tourneesieger Janne Ahonen (Finnland) landete auf Platz drei. Martin Schmitt freute sich derweil über das mit Abstand beste Saisonresultat: "Das war ein deutlicher Schritt nach vorn." Enttäuschung herrschte dagegen bei Michael Uhrmann (Rastbüchl), der als 35. den Finaldurchgang verpasste: "Es ist nach der Verletzung noch ein langer Weg."

Teamkollege Neumayer sorgte somit im Alleingang dafür, dass das von Verbands-Sportchef Thomas Pfüller ausgegebene Minimalziel Top acht erreicht wurde: "Wir müssen kleinere Brötchen backen, aber das heißt nicht, dass wir mit allem zufrieden sind." Lokalmatador Georg Späth belegte nur Rang 27. Nachwuchstalent Severin Freund (Rastbüchl) holte auf Position 30 den ersten Weltcup-Punkt seiner Karriere.

Kofler nach schwerem Sturz unverletzt

Stephan Hocke (Oberhof/40.) verpasste den Sprung ins Finale genauso wie Julian Musiol (Zella-Mehlis/49.). Tournee-Mitfavorit Andreas Kofler (Österreich) stürzte nach der Landung schwer, konnte aber ohne schwere Verletzungen aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Vor dem Springen hatte Sportchef Thomas Pfüller das Skispringen zur Chefsache erklärt, Chefcoach Rohwein im eskalierten Trainerstreit aber keine klare Jobgarantie über das Ende der Vierschanzentournee hinaus gegeben. Das war das Ergebnis eines am Sonntag kurzfristig anberaumten Krisenbtreffens zwischen Rohwein und den aufmüpfigen Stützpunkttrainern im deutschen Teamhotel "Hohes Licht", das zum Müttergenesungswerk gehört.

Keine Job-Garantie für Rohwein

"Ich möchte, dass wir am 9. Januar die Situation bereinigen. Wenn das nicht möglich ist, werden wir eine Entscheidung fällen", sagte Pfüller. "Ich kann die Frage weder mit Ja noch mit Nein beantworten", erklärte Pfüller zum sicheren Verbleib Rohweins im Job über die Tournee hinaus. Eine Jobgarantie bis zum Saisonende gebe es nicht: "Wenn die Tournee schlecht abgeschlossen wird, dann müsste man reagieren."

Die Tournee ist für ihn und sein Team eine "Vier-Chancen-Tournee". Am Silvestertag steht auf der für 14,5 Mill. Euro erbauten neuen Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen bereits die Qualifikation für das Neujahrsspringen auf dem Programm.

© SID

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