Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Neumayer bei Schlierenzauer-Sieg Dritter

Michael Neumayer feierte beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen als Dritter das beste deutsche Saisonresultat. Sieg und Gesamtführung geht an Gregor Schlierenzauer (Österreich).

Der Österreicher Gregor Schlierenzauer hat seinen Landsmann Thomas Morgenstern mit seinem Sieg beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen als Gesamtführenden der 56. Vierschanzentournee abgelöst. Der Österreicher stand bei der zweiten Konkurrenz des Wettbewerbs Sprünge auf 132 und 141 Meter und lag mit 274,4 Punkten 1,7 Punkte vor dem zweitplatzierten Finnen Janne Ahonen, der nach dem ersten Durchgang geführt hatte. Hervorragender Dritter wurde Michael Neumayer aus Berchtesgaden, der 258,6 Punkte für Sprünge auf 131,5 und 135,5 Meter erhielt.

"Der dritte Platz ist absolut geil, das war vom Feinsten. Der erste Podestplatz des Winters tut der Mannschaft richtig gut. Man sieht, dass kämpfen sich lohnt", erklärte Neumayer strahlend. Der Auftakt-Siebte von Oberstdorf wurde als "Mann des Tages" ausgezeichnet, kassierte etwa 20 000 Euro Prämien und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Platz fünf. Mit 518,1 Punkten hat er 37 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer, aber keine Ambitionen auf den Gesamtsieg: "Ich visiere weiter die Top Ten an."

Von Rang sieben aufs Podest

Diesmal sprang er von Platz sieben nach dem ersten Durchgang mit einem tollen Flug auf 135,5 Meter noch aufs Treppchen. Letztmals war das bei der Tournee 2005 Georg Späth ebenfalls mit Platz drei gelungen. Mit 258,6 Punkten lag Neumayer, der bislang nur einmal in seiner Karriere auf Weltcup-Rang fünf geflogen war, klar hinter Schlierenzauer (274,4), der den nach dem ersten Durchgang deutlich führenden Finnen Janne Ahonen (272,7) mit seinem Rekordflug auf 141 Meter noch abfing.

"Ich bin so happy, das ist genial mit dem ersten Sieg in diesem Winter. Jetzt will ich auch in der Tournee gewinnen", erklärte der letztjährige Zweite Schlierenzauer. In der Tournee-Gesamtwertung führt das Austria-Wunderkind mit 555,1 Punkten vor dem diesmal auf Platz sechs abgestürzten Auftaktsieger und Gesamtweltcup-Spitzenreiter Thomas Morgenstern (Österreich/551,9) und Ahonen (551,7).

Schmitt und Späth hinter den Erwartungen zurück

"Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Aber ich habe schon immer gesagt, dass Michi mit den Allerweitesten mitspringen kann, wenn alles passt", kommentierte Rohwein: "Jetzt müssen Schmitt, Uhrmann und Späth den Aufschwung mitnehmen." Das deutsche Mannschaftsresultat war mit Platz 19 für den viermaligen Weltmeister Martin Schmitt und Platz 30 für Georg Späth insgesamt enttäuschend.

Trotzdem feierte Verbandspräsident Alfons Hörmann das Ergebnis als Befreiungsschlag auch für den umstrittenen Chefcoach Rohwein: "Da wird die Trainerdiskussion der letzten Wochen ad absurdum geführt." Die Entscheidung über Rohwein soll am 9. Januar bei einem Krisengipfel in Oberhof fallen - bislang hat immerhin Neumayer mit den Plätzen drei und sieben die Vorgabe von Platzierungen unter den Top acht erfüllt.

Uhrmann und Hocke verpassen Finale

Martin Schmitt fiel trotz des von seinem Heimtrainer Stefan Horngacher eilig zusammengeschneiderten Anzugs zurück: "Das war nicht so gut wie in Oberstdorf. Aber trotzdem ist die Zwischenbilanz positiv." Schmitt verlor seinen Schanzenrekord. Stephan Hocke (Oberhof/32.) und Uhrmann (Rastbüchl/38.), 2002 noch Team-Olympiasieger, verpassten das Finale der besten 30.

"Ich kann nicht zufrieden sein, wenn ich das Finale nicht erreiche. Der Ruhetag wird mir gut tun", erklärte der lange Zeit verletzte Uhrmann: "Es ist bitter, dass der körperliche Einbruch bei mir genau zur Tournee kommt." In der Qualifikation, die wegen Schneefalls und Wind von Silvester auf den Neujahrsmorgen verlegt worden war, waren bereits sechs deutsche Springer um den Oberhofer Jörg Ritzerfeld ausgeschieden.

Jetzt sollen Neumayer und Co. am Ruhetag vor dem nächsten Springen in Innsbruck am 4. Januar Kraft sammeln. "Wir werden früh ein Krafttraining machen und dann ein bisschen mit den Autos auf dem Eis in Seefeld rumrasen", sagte Rohwein. Für die beiden Springen in nominierte er neben Neumayer, Schmitt, Späth und Uhrmann Severin Freund, der nach einer Magen-Darm-Grippe in Garmisch geschont wurde, und Felix Schoft. Der Skisprung-Grand-Slam wird am 6. Januar in Bischofshofen abgeschlossen.

© SID

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