Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Schmitt dank Zusatztraining optimistisch

Skispringer Martin Schmitt hat sich viel vor genommen: Bei der 54. Vierschanzentournee will der viermalige Weltmeister sich endlich aus seinem Formtief katapultieren und unter die ersten Zehn springen.

Martin Schmitt hat sich viel für die 54. Vierschanzentournee vorgenommen: Dank neuer Ski, neuem Schwung und einem Sondertraining zu Weihnachten will der Skispringer aus dem Formtief fliegen. "Ich werde Heiligabend zwar nicht auf der Schanze sein, doch trainieren werde ich dann schon", sagt der viermalige Weltmeister.

Er hat die Extrastunden auch bitter nötig, denn nach dem zum Auftakt mit zwei Top-15-Platzierungen verdienten Olympia-Ticket stürzte Schmitt bei den Weltcups in Lillehammer und Harrachov ab. Es folgte die Weltcup-Pause in Engelberg; der nervende Kreislauf aus Misserfolgen und Trainingsphasen schien sich wie schon in den vergangenen drei enttäuschenden Wintern zu wiederholen.

Rohwein gibt sich optimistisch

Bundestrainer Peter Rohwein glaubt nach den Eindrücken des am Donnerstag beendeten Trainingslagers in Oberstdorf jedoch an eine Wende zum Guten: "Zum Schluss waren Martins Leistungen sehr positiv und stabil. Der neue Ski passt besser zu ihm." Nach langem Widerstand von Schmitt hatte der Chefcoach dem Überflieger von einst die neuen Fischer-Latten per Befehl "aufgedrückt".

Zwar bestimmt weiter der Tournee-Mitfavorit Michael Uhrmann vor Georg Späth die Leistungen in der Manschaft, aber dahinter folgt nach gut 25 "Sonderflügen" binnen zweieinhalb Tagen schon Martin Schmitt. "Sein Grundniveau ist höher als in den letzten Jahren. Ich traue ihm Top-15-Resultate bei der Tournee zu, das wäre vorerst zufriedenstellend. Mit mehr Selbstsicherheit kann es dann auch wieder weiter nach vorn gehen", sagt Rohwein.

Erfolgsdruck lastet auf Schmitt

Der Bundestrainer weiß genau, dass von einem 28-maligen Weltcupsieger in der Öffentlichkeit die Wiederholung alter Erfolge gefordert wird. Neben einem inzwischen behobenen Fehler in der Anfahrtsposition ist es vielleicht auch dieser Druck, der Martin Schmitt hemmt. Der 28-Jährige sieht sich aber psychisch "auf jeden Fall" in der Lage, wieder ganz vorn mitzuspringen: "Wenn ich weiter konsequent an meiner Technik arbeite, werde ich auch wieder unter den besten Zehn zu finden sein."

Einige Skisprung-Experten haben da fast vier Jahre nach dem letzten Sieg von Schmitt so ihre Zweifel. Beim Auftakt des 54. Skisprung-Grand-Slams am 29. Dezember in Oberstdorf wird für einen Erfolg des auf dieser Anlage schon dreimal siegreichen Fliegers bei "betandwin" die Quote von 67 für 1 gezahlt. Für einen Gesamtsieg Schmitts bekäme man gar 101 für 1.

Trotz der geringen Erfolgsaussichten bleibt der erste Grand-Slam-Sieg auch beim elften Anlauf ein großes Ziel des einstigen Überfliegers: "Es ist für jeden Springer ein Traum, die Tournee zu gewinnen. Schließlich will ich bis 2010 weitermachen." Irgendwann muss Martin Schmitt allerdings seine Chance nutzen.

© SID

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