Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Schuster: "Bei der Tournee wurden Helden geboren"

Vor der 59. Vierschanzentournee standen die Vorzeichen für die deutschen Skispringer schon einmal besser. " Aber das Potenzial ist da", bescheinigt Bundestrainer Werner Schuster.

Die Form fehlt, Kritiker prophezeien den deutschen "Adlern" bei der 59. Vierschanzentournee einen Absturz nach dem anderen. Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster malt nicht ganz so schwarz.

Frage: "Herr Schuster, die Resultate Ihrer Skispringer waren in der letzten Zeit nicht berauschend. Fürchten Sie, dass die deutschen Zuschauer das Interesse am Skispringen verlieren?"

Werner Schuster: "Die momentane Phase ist durchaus spannend. Sie ist vielleicht nicht für Medien und Zuschauer spannend, weil wir nicht gewinnen. Aber das Potenzial ist da, und aus dieser Situation heraus kann es relativ schnell gehen, dass auch wieder gute Ergebnisse kommen."

Frage: "Mit welchen Erwartungen schicken Sie Ihre Springer in die Vierschanzentournee?"

Schuster: Bei der Tournee sind schon viele Favoriten gefallen. Und es wurden auch schon Helden geboren. Das ist eine Vision, mit der man das Ganze ruhig angehen sollte."

Frage: "Die neue Wunderbindung hat bisher nicht den erhofften Erfolg gebracht ..."

Schuster: "Wir haben eine sehr risikoreiche Variante gewählt, die schwierig zu beherrschen ist. Doch wenn man ein System mit mehr PS will, dann muss man die PS auch auf den Boden bringen. Wir sind nun etwas defensiver rangegangen, und das hat uns ganz gut getan."

Frage: "Die älteren Springer wie Martin Schmitt und Michael Uhrmann haben damit offenbar die größeren Probleme. Können sie noch mithalten?"

Schuster: "Sie brennen nach wie vor wie am ersten Tag. Und sie sind nach wie vor leistungsfähig, auch wenn die Ergebnisse nicht da sind. Ein Sportler wie Martin stellt sich nochmal den Herausforderungen und will wissen, wie weit es noch geht. Doch dazu muss man auch weit ausholen."

Frage: "Das heißt konkret?"

Schuster: "Wenn man Golf spielt, weiß man, dass man kurzzeitig gar nichts mehr trifft, wenn man seinen Schwung umstellt. Doch irgendwann trifft man besser als je zuvor, man muss aber durchhalten. Wenn man wieder zum alten Schwung zurückkehrt, trifft man wieder mittelmäßig. Martin hat den anderen Weg gewählt, er will nicht mittelmäßig treffen. Er will nochmal gut treffen, und irgendwann geht der Knopf auf."

© SID

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