Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Schuster sorgt bei deutschen Springern für Aufwind

Werner Schuster hat in kurzer Zeit als Skisprung-Bundestrainer bereits einiges bewirkt. Unter dem neuen Coach sind die deutschen Athleten wieder auf dem Vormarsch.

Martin Schmitt lobt ihn als wichtigsten Grund für seine Rückkehr in die Weltspitze, der Deutsche Skiverband gibt ihm eine Jobgarantie für die nächsten Jahre - der neue Bundestrainer Werner Schuster ist der Vater des Aufschwungs im deutschen Skispringen. Der Österreicher, der die Stars Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann mitformte, hat das deutsche Team mit der perfekten Mischung aus Konsequenz und Lockerheit nach fünf Wintern mit einem stetigen Abwärtstrend wieder auf Kurs gebracht.

"Es ist eine irrsinnig reizvolle Aufgabe, das Skisprung-Flaggschiff Deutschland wieder unter die Top Drei der Welt zu führen. Und ich denke, dass wir definitiv auf dem richtigen Weg sind, um wieder ein Big Player zu werden", sagt der 39-Jährige bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf. Das findet auch der Deutsche Skiverband (DSV), der Schuster Ende der vergangenen Saison als Nachfolger für den glücklosen Peter Rohwein verpflichtete. Der Überraschungskandidat gilt längst als Glücksgriff.

"Vollstes Vertrauen"

"Werner Schuster hat die natürliche Führungsautorität, er ist unzweifelhaft der Chef. Das ist die Idealkonstellation, und deshalb bekommt er alle Zeit und unser volles Vertrauen für die nächsten Jahre", sagt DSV-Präsident Alfons Hörmann dem Sport-Informations-Dienst (sid). Schuster besitzt einen Vertrag bis nach der WM 2011 in Oslo ohne Ausstiegsklauseln. Bis dahin wollen die erfahrenen Springer um Schmitt weitermachen, die jungen Flieger um Junioren-Weltmeister Andreas Wank sollen den Anschluss an die Weltspitze geschafft haben.

"Mit Werner Schuster haben wir unter das Vergangene endlich einen Schlussstrich ziehen können. Er hat neue Ideen, hat neue Reize gesetzt und allen eine neue Perspektive gegeben. Er hat den größten Anteil daran, dass es bei mir wieder gut läuft", sagt Schmitt. Es hat sich viel verändert, seit der strategisch und kommunikativ begabte Pädagoge Schuster verpflichtet wurde. Aus einem verunsicherten Nationalteam erfolgloser Ex-Sieger ist eine positive Mischung aus Jung und Alt geworden.

Die unter Rohwein tief zerstrittene Trainerschaft zieht nach einem totalen personellen Neubeginn an einem Strang. "Die Diskussionen von vor einem Jahr, ob Bundestrainer oder Stützpunkttrainer wichtiger sind, haben sich in Luft aufgelöst. Es hat sich in Sachen Teamgeist und positives Denken unglaublich viel getan", sagt Hörmann. Auch die Leistungen im Continentalcup sind unter B-Kader-Chef Stefan Horngacher nicht nur wegen des Vierfachsiegs von Stephan Hocke so gut wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Schuster hat Entscheidung bisher nicht bereut

Das gibt Schuster das Selbstvertrauen, dass sein Weg richtig ist. Er schöpft aber auch aus einem Fundus an Erfahrungen, die er als Trainer von Schlierenzauer im österreichischen Skigymnasium Stams und im vergangenen Winter als Schweizer Nationaltrainer mit Ammann gesammelt hat. Dass er dem Lockruf der wohl reizvollsten Aufgabe im Skisprung-Zirkus und dem des Geldes ("Natürlich verdiene ich in Deutschland auch besser") gefolgt ist, hat er bis jetzt nie bereut.

Für den Vater von zwei Söhnen ist Skispringen eine Herzensangelegenheit und die "große Bühne Deutschland die Erfüllung eines Traums". Er würde für den Job aber nie seine weiter in Österreich lebende Familie gefährden, und so ist die Anspannung bei der Vierschanzentournee dann doch nicht ganz so groß: "Ich gehe aufrecht rein und will aufrecht wieder rauskommen. Das ist wichtig, aber es geht nicht um Leben und Tod."

© SID

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