Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Sieben Deutsche qualifiziert, Neumayer in "Topten"

Sieben deutsche Skispringer haben die Qualifikation beim Auftakt der 56. Vierschanzentournee in Oberstdorf gemeistert. Als bester Deutscher sprang Michael Neumayer mit 129m auf den sechsten Rang.

Beim Auftakt der 56. Vierschanzentournee hat Michael Neumayer in der Qualifikation von Oberstdorf ein Zeichen gesetzt. Als bester deutscher Adler, die zu Ehren des an Heiligabend verstorbenen Ex-Bundestrainers Reinhard Heß mit einem Trauerflor sprangen, flog der 28-Jährige aus Berchtesgaden mit 129m (129,2 Punkte) auf Rang sechs. Tournee-Favorit Thomas Morgenstern aus Österreich sprang 136m (141,8), gewann die Qualifikation und kassierte 2000 Schweizer Franken.

Nachwuchs-Trainer Kuttin attackiert Rohwein

Unmittelbar vor Tournee-Beginn hatte Nachwuchs-Trainer Heinz Kuttin den ohnehin nur bis Ende der Tournee mit einer Jobgarantie versehenen Chefcoach Peter Rohwein wegen mangelnder Kooperation heftig attackiert und damit für weitere Unruhe im deutschen Lager gesorgt. Eine Zusammenarbeit sei nach Meinung des Österreichers "einfach nicht möglich".

Neumayer, der wegen eines Kreuzbandrisses lange pausieren musste, störte sich daran nicht und atmete nach der erfolgreichen Qualifikation tief durch. "Gott sei Dank haben sich die Verhältnisse noch gebessert. Andernfalls wäre es richtig eng geworden", sagte Neumayer. Die Qualifikation musste zunächst zweimal wegen einer defekten Anlaufspur und schließlich wegen zu starker Winde unterbrochen werden.

Neben Neumayer sicherten sich Martin Schmitt (Furtwangen), Michael Uhrmann, Severin Freund (beide Rastbüchl), Stephan Hocke (Oberhof), Julian Musiol (Zella-Mehlis) und Georg Späth vor 8 000 Zuschauern einen Startplatz für den Tournee-Auftakt am Sonntag (16.30 Uhr/live im ZDF) auf der Schanze am Schattenberg. Jörg Ritzerfeld, Andreas Wank (beide Oberhof), Felix Schoft (Partenkirchen), Erik Simon (Aue) und Kevin Horlacher (Degenfeld) scheiterten.

Schmitt zeigt ansteigende Form

Schmitt war bereits im Training auf 132,5m geflogen und bestätigte die aufsteigende Tendenz. "Die Sprünge waren ganz okay, besonders der Trainingssprung war richtig viel Wert", sagte der viermalige Weltmeister, der am Sonntag im Duell gegen den Tschechen Borek Sedlak antreten muss.

Uhrmann zeigte sowohl im Training als auch in der Qualifiktion eine mäßige Leistung. "Ich hab das Ziel erreicht, aber hoffentlich werde ich am Sonntag bessere Sprünge machen", sagte der 29-Jährige, der sich mit einem 116,5m weiten Sprung als 45. gerade so für das Springen qualifizierte. Auf Uhrmann wartet im ersten Durchgang der frühere Tourneesieger Janne Ahonen.

Lokalmatador Späth hatte vor drei Jahren (1. Januar 2005 in Garmisch-Partenkirchen) für den letzten deutschen Podestplatz bei der Tournee gesorgt, der letzte Sieg liegt sogar fünf Jahre zurück. Sven Hannawald triumphierte am 29. Dezember 2002 in Oberstdorf und feierte damit den 20. Triumph am "deutschen Berg".

Der Österreicher Kuttin hatte zuvor wie schon sein Landsmann Stefan Horngacher Rohwein attackiert. "Er sagt immer, dass es keine deutschen Talente gibt, aber dann nimmt er den besten deutschen Nachwuchsspringer (Wank) nicht in die Weltcup-Mannschaft auf. Ich habe ihm den empfohlen, aber meine Meinung wird von ihm nicht akzeptiert", sagte Kuttin.

Rohwein reagierte gelassen auf die Vorwürfe. "Die Tournee ist eine Plattform, bei der sich Personen äußern, wenn ihnen etwas nicht passt und dann auch Gehör finden. Wir werden diese Dinge aber intern ansprechen und regeln", sagte der Cheftrainer im ZDF-Interview.

© SID

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