Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Tournee erhöht Druck auf Bundestrainer Rohwein

Die schlechten Ergebnisse zum Saisonauftakt haben Peter Rohwein noch kalt gelassen. Doch jetzt wird es ernst: Bei der Vierschanzentournee braucht der umstrittene Skisprung-Bundestrainer gute Resultate.

Mit Beginn der Vierschanzentournee wird es ernst für Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein. Kein Erfolg, negative Ausstrahlung - die Kritik prasselte nach den schlechten Ergebnissen vor dem ersten Saisonhöhepunkt von allen Seiten auf den 44-Jährigen ein. Der Deutsche Skiverband (DSV) reagierte und stellte den jungen Österreicher Falko Krismayr in Engelberg erstmals an die Seite des im dritten Winter tätigen Chefcoachs.

"Eine Personaldiskussion möchte ich überhaupt nicht führen, auch wenn die bisherigen Ergebnisse bei dem Riesenaufwand im Skispringen unbefriedigend sind. Peter ist ein guter Trainer, der mit akribischer Hartnäckigkeit arbeitet", sagt Skiverbands-Sportchef Thomas Pfüller dem Sport-Informations-Dienst (sid) vor der am Samstag (15.30 Uhr/live in RTL) in Oberstdorf beginnenden Tournee: "Allerdings muss man, wenn man so im Tal ist, die Springer auch mal mit einer gewissen Lockerheit aufbauen. Das fällt Peter schwer, und deshalb haben wir ihm einen jungen Trainer an die Seite gestellt."

Neues Team hinter dem Team

Krismayr ist einer von der neu verpflichteten vierköpfigen Österreicher-Riege hinter Rohwein, der Pfüller ausdrücklich "ausgezeichnete Arbeit" attestiert. Stefan Horngacher brachte Martin Schmitt nach vier erfolglosen Wintern wieder in eine brauchbare Form, der ehemalige polnische Cheftrainer Heinz Kuttin ist für den B-Kader zuständig.

In der Kritik der Öffentlichkeit steht aber Frontmann Rohwein. Er muss die Fehler seiner Vorgänger ausbaden - und stellte sich in der Vergangenheit mit seiner "Miesepeter"-Stimmung und den immer neuen Ausreden für die bis auf Team-WM-Silber 2005 fehlenden Erfolge oft selbst ins Abseits. "Die Situation ist belastend für mich. Man versteift sich auf die Arbeit und blendet viele Dinge aus", sagt Rohwein selbst.

"Wir müssen ihm seine ganze Arbeit zurückgeben"

In der Mannschaft genießt der Mann, dem die Sorgen zu Saisonbeginn einige Kilo Gewicht raubten, starken Rückhalt. "Man merkt ihm den Druck an, er wird von allen Seiten angeschossen. Wir müssen ihm mit Erfolgen endlich seine ganze Arbeit zurückgeben", sagt Michael Uhrmann. Es ist allerdings höchste Zeit für eine Trendwende, denn Olympiasieger und RTL-Tournee-Experte Dieter Thoma hat schon die Ablösung des Chefcoachs zum Saisonende gefordert. Auch vom dreimaligen Olympiasieger Jens Weißflog gibt es Kritik: "Ähnlich wie Dieter Thoma denke ich manchmal, man ist nicht willkommen."

Rohwein versuchte, diesen Eindruck mit einem zweistündigen Gespräch mit Thoma zu verwischen, aber eine Einmischung in seine Arbeit lehnt er ab. "Wir sind für jeden guten Rat zu haben, aber der Skisprung darf nicht von außen regiert werden", sagt auch Thomas Pfüller: "Wir könnten Thoma und Weißflog als Trainer im Nachwuchs brauchen. Aber ich weiß nicht, ob ihnen 45 000 Euro im Jahr reichen."

WM-Medaille ist Pflicht

Wie es mit Peter Rohwein weitergeht, wird sich nach dem Winter entscheiden. Eine WM-Medaille im Februar ist genauso Pflicht wie ein sichtbarer Aufwärtstrend in Sachen Platzierungen und Stimmung bei der Tournee. Rohwein sieht die Situation nach außen hin gelassen: "Ich kann mich doch nicht verrücktmachen, was nach dem Winter sein wird. Dann wird abgerechnet, und wir werden sehen, wie es dann weitergeht."

© SID

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