Skispringen Vier-Schanzen-Tournee
Uhrmann führt deutsche Skispringer in die Tournee

Mit dem Springen in Oberstdorf beginnt am Donnerstag die traditionsreiche Vierschanzentournee. Die deutschen Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf Michael Uhrmann, der die DSV-Adler anführt.

Die Springen nicht ausverkauft, die TV-Quoten sinken und beinahe zwei Jahre kein Sieg - ungeachtet aller negativen Vorzeichen hoffen Deutschlands Adler bei der 54. Vierschanzentournee auf einen neuen Höhenflug. Michael Uhrmann geht als Geheimfavorit auf den ersten deutschen Gesamtsieg beim Skisprung-Grand-Slam seit Sven Hannawald vor vier Jahren in das Auftaktspringen in Oberstdorf am Donnerstag(16.30 Uhr/RTL live).

"Der Uhri hat eine Superform und gehört für mich zu den Favoriten. Er ist die Nummer eins im Team und weiß, dass er gut drauf ist. Wenn die Leistungen da sind, kommt auch der Boom zurück", sagt Hannawald dem sid. Die glanzvolle Ära des zurückgetretenen Überfliegers wird mit der Verabschiedung im Allgäu endgültig geschlossen - da der andere verbliebene Star Martin Schmitt weiter schwächelt, muss nun Uhrmann in die Bresche springen.

"Wir brauchen dringend deutsche Siege"

"Wir brauchen dringend deutsche Siege, da hängt für den ganzen deutschen Skisport viel Geld dran. Wenn es einer schafft, dann Michael Uhrmann", glaubt Jens Weißflog. Der dreimalige Olympiasieger ist mit vier Tournee-Gesamtsiegen immer noch alleiniger Rekordhalter, allerdings könnte ihn der neben Jakub Janda (Tschechien) als Topfavorit gehandelte Titelverteidiger Janne Ahonen (Finnland) bei dieser Tournee einholen.

Der Gesamtweltcup-Vierte Uhrmann will den vierten Triumph des "Maskenmannes" mit dem Aufwind von zwei zweiten Plätzen und einem dritten Weltcup-Rang im letzten Monat verhindern: "Ich habe über Weihnachten extra noch ein Flugtier gegessen. Ich weiß, dass ich alle Topleute schlagen kann. Der Tournee-Gesamtsieg ist ein Kindheitstraum von mir." Am 17. Januar 2004 feierte der Team-Olympiasieger in Zakopane den letzten deutschen Sieg im Weltcup, und es ist höchste Zeit für eine Rückkehr auf die oberste Stufe des Podests.

Werbepreise haben sich halbiert

Seit Hannawalds Grand-Slam-Sieg sind die Zuschauerzahlen im TV von bis zu 15 Mill. auf durchschnittlich 5,6 Mill. bei der letzten Tournee gesunken. Für die sonst binnen Stunden ausverkaufte Auftaktkonkurrenz in Oberstdorf gab es zu Wochenbeginn noch 4 000 Tickets, auch bei den restlichen drei Konkurrenzen in Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) verläuft der Vorverkauf schleppend. Die Preise für 30-Sekunden-Werbespots im TV haben sich von 60 000 Euro etwa halbiert.

"Der Gewinn für die Veranstalter ist gesunken, weil die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Werbung nach unten gegangen sind. Der Starrummel um Hannawald oder Schmitt ist abgebrochen", erklärt Tournee-Pressesprecher Klaus Taglauer. Auch der Deutsche Skiverband (DSV) braucht neue Skisprung-Erfolge, weil im Frühjahr der ab Ende 2007 gültige neue Fernsehvertrag verhandelt werden soll. Die 75 Mill. Euro für fünf Jahre, die RTL für den laufenden Kontrakt zahlte, scheinen derzeit illusorisch.

Schmitt will gute Tournee springen

"Wir werden alles dafür tun, dass wir die Fans mit tollen Leistungen vom Skispringen begeistern. Ich erwarte, dass wir vorn mit Uhrmann im Podestplatzbereich präsent sind", sagt Bundestrainer Peter Rohwein: "Dazu eine kompakte und geschlossene Mannschaft mit Anschlussplatzierungen mindestens um die Plätze zehn, zwölf rum." Neben Georg Späth und Michael Neumayer zeigte besonders der im Weltcup erneut abgestürzte Martin Schmitt mit neuen Ski einen Aufwärtstrend.

"Ich sehe keine Probleme dabei, eine gute Tournee zu springen. Wenn ich weiter konsequent arbeite, werde ich auch wieder unter den besten zehn der Welt zu finden sein", sagt Schmitt. Die Zocker trauen ihm allerdings nicht viel zu - für einen Gesamtsieg gäbe es bei "betandwin" die Quote von 101 für 1. Michael Uhrmann befindet sich indes mit 9:1 hinter Janda (2,7:1), Ahonen (3,75:1) und dem Schweizer Andreas Küttel (7,5:1) in Lauerstellung. Rohwein meint optimistisch: "Uhrmann ist reif für einen Sieg."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%