Skispringen Weltcup: 60 000 Fans fiebern in Willingen mit

Skispringen Weltcup
60 000 Fans fiebern in Willingen mit

Willingen steht am Wochenende ganz im Zeichen der Olympia-Generalprobe: Deutschlands Skispringer hoffen beim Heim-Weltcup auf die Unterstützung der 60 000 Zuschauer.

Deutschlands Skispringer suchen bei der Olympia-Generalprobe vor 60 000 Fans in Willingen ihre Form für die Winterspiele in Turin. Nach der Blamage bei seinem Comeback in Zakopane/Polen fehlt das "Sorgenkind" Martin Schmitt, der seit Donnerstag in Ruhpolding trainiert und nochmal neue Ski testet.

"Olympia ist nahe, es wird Zeit, dass sich die Verkrampfung in der Mannschaft endlich löst. Mit der Brechstange geht gar nichts", sagt Peter Rohwein. Der Bundestrainer ist überzeugt, dass seine Mannschaft stärker ist, als es die letzten Weltcup-Ergebnisse vermuten lassen. Ein neunter Platz von Alexander Herr war noch das beste Resultat gewesen.

Der Heim-Weltcup kommt vor Olympia gerade richtig

"Der Heim-Weltcup kommt vor Olympia gerade richtig. Willingen ist stimmungsmäßig der Höhepunkt der Saison, diese Atmosphäre wird uns beflügeln", meint Herr: "Ich will mit meinen Sprüngen für eine tolle Show sorgen." Allerdings auf anderem Weg als letztes Jahr, als er im Teamspringen bei 148 Metern stürzte und das Kreuzband im Knie riss - damit war die Saison beendet. Trotzdem gab es an jenem 8. Januar 2005 den bis dato letzten Sieg für eine deutsche Skisprung-Mannschaft.

Ein ähnliches Aha-Erlebnis erhofft sich Rohwein beim Teamspringen am Sonntag, dem letzten Kräftemessen vor den Winterspielen. Beim bereits ausverkauften Einzelspringen am Samstag (jeweils 13.45 Uhr/live in der ARD) wollen Herr und Michael Uhrmann zumindest in die Nähe der Podestplätze fliegen, denn beide haben auch für Olympia eine Einzel-Medaille als Ziel ausgegeben.

Trotz der mäßigen deutschen Ergebnisse wurden 55 000 Tickets für die mit einem Etat von mehr als einer Million Euro organisierte Skisprung-Party in Willingen abgesetzt. Am Freitag gibt es eine Eröffnungsshow mit Laser und Feuerwerk, fast alle Unterkünfte im Umkreis von 20 Kilometer sind ausgebucht. Pressesprecher Thomas Behle: "Wir haben keinen Einbruch wie andere Orte, weil die Olympia-Generalprobe etwas ganz Besonderes ist. Auch nach der Absage von Martin Schmitt hat keiner sein Ticket zurückgegeben."

Zwei Paar neue Ski mit weicherer Spitze

Der viermalige Weltmeister ersparte sich ein mögliches Debakel vor heimischen Publikum und sucht mit Co-Bundestrainer Henry Glaß seine letzte Chance für Olympia. "Wir versuchen nochmal zwei Paar neue Ski mit weicherer Spitze. Martin spürt beim Fliegen nicht genügend Druck", sagt der wegen Stasi-Verwicklungen nicht im Olympia-Team stehende Glaß. Bis Samstag dauert die letzte Trainingsphase, dann will Schmitt zumindest fit für eine Teammedaille sein.

Kommenden Mittwoch reist das fünfköpfige deutsche Skispringer-Team gemeinsam an die Olympiaschanzen von Pragelato. Rohwein: "Es wäre natürlich perfekt, wenn wir ein gutes Ergebnis aus Willingen und viel Selbstbewusstsein im Gepäck haben."

© SID

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