Skispringen Weltcup
Ahonen-Comeback beim Weltcup-Start im Blickpunkt

Beim Auftakt zum Skisprung-Weltcup im finnischen Kuusamo sind alle Augen auf Rückkehrer Janne Ahonen gerichtet. Der Finne gibt nach einem Jahr sein Comeback im Skisprung-Zirkus.

Der Königsadler kehrt nach einem Winter Flugpause zurück, und die Skisprung-Welt fürchtet sich vor dem Angriff von Janne Ahonen. "Wenn es einer schafft, dann er. Wahrscheinlich wird er gleich in Kuusamo gewinnen, weil er völlig unbeschwert in den Wettkampf geht", sagt Bundestrainer Werner Schuster vor dem Weltcup-Auftakt am Freitag (17.05 Uhr/live in der ARD und Eurosport) in Ahonens Heimat.

Ganz Finnland ist begeistert, dass der fünfmalige Weltmeister seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt hat. Der 32-Jährige versichert, dass alles mit seiner Ehefrau Tiia und den beiden Söhnen abgesprochen ist. Als er im März 2008 zurücktrat, hatte der künstlerisch begabte Ahonen mehr Zeit mit seiner Familie in der von ihm selbst entworfenen Nobelvilla haben wollen. Jetzt feiert Sohn Mico zufällig auch noch am Freitag seinen achten Geburtstag, aber der Papa ist beim Fliegen.

Vancouver-Triumph als großer Traum

Es war vor allem der Reiz, sich seinen letzten sportlichen Traum vom Olympiagold zu erfüllen, der den Hobby-Rennfahrer zurück auf die Schanzen getrieben hat. "Ich bin zuversichtlich, dass ich in Vancouver erfolgreich sein kann", sagt Ahonen selbst. Finnlands Cheftrainer Janne Väätäinen erklärt, dass er den stillen Mann noch nie in so einer guten physischen Verfassung gesehen hat.

"Er ist der konstanteste Springer der letzten zehn Jahre. Er wird seinen Mythos pflegen", sagt Schuster: "Man darf ja nicht vergessen, dass er nur einen Winter ausgesetzt hat. Das war wahrscheinlich sogar gut für ihn."

Als der "Mann mit der Maske" nach 36 Weltcup-Siegen und dem Rekord von fünf Siegen bei der Vierschanzentournee aufhörte, war er ausgebrannt und hatte körperliche Probleme. Jetzt ist er wieder topfit und hat zudem gründlich mit seinem Image des Schweigers von Lahti aufgeräumt.

24 Dosen Bier vor dem Sprung

Im August stellte er seine Biographie unter dem Titel "Königsadler" vor und gab dabei erstaunliche Einblicke in die Welt der Skispringer. Beim Weltcup-Finale im März 2005 in Planica zum Beispiel leerte Ahonen gemeinsam mit seinem Teamkollegen Risto Jussilainen 24 Dosen Bier vor dem Wettkampf.

Als er dann nach seinem Flug stürzte und mit dem Hinterkopf auf den Boden aufschlug, verweigerte er aus Angst vor einer möglichen Alkoholkontrolle den Abtransport ins Krankenhaus. Ahonen war mit 240 Metern auf die bis heute größte Weite der Geschichte geflogen - als Königsadler im Rausch.

© SID

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