Skispringen Weltcup
Bardal reicht ein Sprung zum Sieg in Zakopane

Mit nur einem Sprung sicherte sich der Norweger Anders Bardal den Weltcup-Sieg im polnischen Zakopane. Der zweite Durchgang musste auf Grund wechselnder Winde abgesagt werden.

Die deutschen Skispringer erlebten den Abbruch-Triumph des Norwegers Anders Bardal im Wetterchaos von Zakopane/Polen einmal mehr als Statisten. Michael Neumayer nur Zwölfter, Martin Schmitt erst gar nicht qualifiziert 30 000 Fans feierten bei der größten Skisprung-Party des Jahres Lokalmatador Adam Malysz für seinen vierten Platz und die Flieger für ihr Durchhaltevermögen. Zum geplanten Termin am Samstagabend hatte starker Wind das Springen verhindert, am Sonntag reichte es immerhin zu einem Durchgang.

"Ich bin ein bisschen enttäuscht, ich kann besser springen", meinte Neumayer: "Die Stimmung in Zakopane ist sensationell, aber sie hatten wieder einmal Pech mit dem Wetter." Glück war für den Tournee-Dritten allerdings der Abbruch nach elf Springern im zweiten Durchgang, nachdem eine Sturmböe Schnee in die Anlaufspur geweht hatte. So reichte es trotz verpatzten und dann nicht gewerteten zweiten Sprungs mit 134,6 Punkten für 134,5 Meter zu Platz zwölf. Die Position hatte er einmal mehr seiner schlechten Landung zu verdanken, denn Neumayer flog nur 2,5 Meter kürzer als der norwegische Sieger.

Abbruch war nötig

"Neumayer hatte die fünftbeste Weite. Wenn er richtig landet, ist er vorn dabei", schimpfte Co-Trainer Henry Glass: "Aber es war richtig, dass abgebrochen wurde. Es wurde zu gefährlich." So siegte Bardal im zweiten Springen in Zakopane mit 149,1 Punkten vor dem Österreicher Thomas Morgenstern (145,0), der seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Simon Ammann (Schweiz/144,2) belegte Platz drei.

Michael Uhrmann freute sich über Platz 18 mit 125,3 Zählern: "Das waren schwierige Bedingungen, und mir hat ein wenig das Glück gefehlt. Meine Form ist aufsteigend." Stephan Hocke (Oberhof) sammelte als 28. noch Weltcup-Punkte, Talent Kevin Horlacher (Degenfeld) ging als 38. leer aus. Der viermalige Weltmeister Schmitt war schon tags zuvor als 52. der Qualifikation nach einem Sprung auf nur 103,5 Meter gescheitert.

"Einstimmige Entscheidung"

Das Springen war nur möglich geworden, weil alle Teams nach der Absage am Samstagabend mit Blick auf die Zuschauermassen alle Reisepläne über den Haufen geworfen hatten. "Das war eine einstimmige Entscheidung. Wir mussten zwar alle Flüge umbuchen, aber wir sind hierher gefahren, um zwei anständige Wettkämpfe zu machen", sagte Bundestrainer Peter Rohwein.

Als Lohn für diese Entscheidung gab es am Sonntag "springbare Bedingungen" (Neumayer) und keinen Sturz wie der des Tschechen Jan Mazoch im Vorjahr an gleicher Stelle. Er lag damals im Koma, inzwischen ist er jedoch wieder in den Skisprung-Zirkus zurückgekehrt.

© SID

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