Skispringen Weltcup
Bruchlandung für DSV-Adler in Sapporo

Die deutschen Skispringer haben sich beim Weltcup in Sapporo blamiert. Auch der sechste Platz von Michael Neumayer konnte über die schwache Teamleistung nicht hinweg täuschen.

Die DSV-Adler haben beim Weltcup in Sapporo eine regelrechte Bruchlandung hingelegt. Auch wenn Michael Neumayer auf den sechsten Rang sprang, blieb das Abschneiden der deutschen Skispringer blamabel. Thomas Morgenstern unterstrich drei Wochen vor der Skiflug-WM in Oberstdorf hingegen seine Favoriten-Stellung und erhöhte seine Bilanz in diesem Winter auf neun Siege.

Der Tournee-Dritte Neumayer aus Berchtesgaden erreichte zum Abschluss des Ausfluges nach Japan als einziger Deutscher überhaupt das Finale. "Schlechter geht s fast nicht", kommentierte ARD-Experte Dieter Thoma eines der schwächsten Weltcup-Ergebnisse aller Zeiten.

DSV-Adler fliegen trotz schwacher Konkurrenz nur hinterher

"Die Jungs sind müde, da fehlen nur Kleinigkeiten, und schon bist du ruckzuck hintendran. Bei dem kurzen Anlauf sind die meisten zerbrochen", sagte Rohwein und meinte mit Blick auf das Ziel Medaille bei der WM: "Das Ergebnis spiegelt nicht wider, wie die Jungs drauf sind." Dabei waren fünf der 15 weltbesten Springer erst gar nicht nach Japan gereist.

Im Gesamtweltcup baute Morgenstern die Führung nach 18 von 27 Springen aus, hat 610 Punkte Vorsprung vor dem in Japan fehlenden Finnen Janne Ahonen. Der Österreicher erhielt zum Abschluss 288,7 Punkte für Flüge auf 135 und 139 Meter. Platz zwei belegte der Finne Janne Happonen mit 272,2 Punkten, Dritter wurde der Norweger Anders Bardal. Neumayer kam mit 118 und 129,5 Metern auf 238,0 Zähler - 50,7 Punkte weniger als der Gewinner.

Saisonsieg Nummer acht hatte Morgenstern bei Flockenwirbel mit 261,6 Zählern für Flüge auf die Bestweiten von 125,5 und 131,5 Meter vor Happonen (249,9) und dem zweiten Austria-Flieger Martin Koch (249,3) geholt. Neumayer (117+118,5) lag da 44,7 Zähler zurück. "Zu den Besten fehlen zehn Meter. Aber da darf man jetzt nicht verkrampfen", meinte der 29-Jährige.

Morgenstern springt in eigener Liga

Morgenstern meinte grinsend: "So macht Skispringen Spaß, ich liebe Sapporo. Jetzt kann ich mir langsam ein paar Gedanken über den Gesamtweltcup machen", meinte der Doppel-Olympiasieger. Thoma lobte: "Morgenstern springt in einer eigenen Liga. Der kennt kein Verlieren. Bei den Deutschen dagegen fehlt Konstanz und Selbstvertrauen."

Das deutsche Team stürzt immer weiter ab, auch Martin Schmitt (Furtwangen) enttäuschte kurz nach seinem 30. Geburtstag als 39. erneut: "Das ist nicht so, wie ich mir das vorstelle, da fehlt die Qualität."

Entschuldbar war Rang 38 von Michael Uhrmann (Rastbüchl), der vor einem Jahr bei der WM an gleicher Stelle schwer gestürzt war. Damals ging im Fuß fast alles kaputt, diesmal blieb der Team-Olympiasieger von 2002 wenigstens gesund: "Ich bin überhaupt nicht ins Fliegen gekommen, aber ich muss mich jetzt durchbeißen." Stephan Hocke komplettierte das Debakel auf den Platz 31.

© SID

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