Skispringen Weltcup
DSV-Adler hoffen in Kuusamo auf Aufwind

Heute starten die Skispringer in ihre Weltcup-Saison. Die deutschen "Herren der Lüfte" um Hoffnungsträger Michael Uhrmann hoffen nach den Enttäuschungen der jüngsten Vergangenheit auf einen guten Start in die WM-Saison.

Das Wetter verspricht alles andere als eitel Sonnenschein, doch die deutschen Skispringer wollen ausgerechnet im Schmuddelwetter Finnlands den lange vermissten Aufschwung einläuten. "Wir streben eine WM-Medaille und einen Platz unter den drei besten Mannschaften der Welt an" sagt Bundestrainer Peter Rohwein vor dem heutigen Saisonauftakt auf der von Nebelschwaden umwaberten 140-m-Schanze in Kuusamo (17.15 Uhr/live im ZDF), bei dem mindestens drei seiner sechs Springer unter die weltbesten 15 segeln sollen.

Vorbereitung nicht optimal

Die aktuelle Lage des einstigen deutschen Paradeteams im Schnee gibt allerdings wenig Anlass zur Hoffnung. Nur 35 Schneesprünge konnten Rohweins Männer in den letzten Tagen in Kuusamo absolvieren. Dann wurde die Schanze wegen des milden Wetters gesperrt. Das letzte Trainingslager zuvor in Ramsau fiel ins Wasser, weil Regen die eigentlich sprungbereite Schanze am Fuß des Dachstein-Massivs zerstörte. Was blieb, war ein Konditions-Camp unter guten Bedingungen auf der Ferieninsel Fuerteventura und ein Lehrgang mit Schnee-Anlauf und Aufsprung auf Matten in Oberstdorf, was den Sprunglatten zusetzte.

"Mit dem schlechten Wetter hatten doch die anderen Mannschaften auch zu kämpfen. Die Probleme waren überall gleich", glaubt Rohwein und muss trotzdem bereits vor dem ersten sportlichen Auftritt seiner Männer die ersten Brandherde austreten. Die wiederholte Attacke des bei den Olympischen Spielen aus der Mannschaft geflogenen Alexander Herr, wonach die deutsche Mannschaft im letzten Winter auf Rohweins Geheiß mit verbotenen Sprunganzügen getrickst hätte, legte der Coach in die Rubrik "Quatsch" ab. "Da ist absolut nichts dran, aber es war klar, dass so eine Attacke kommen würde." Störenfried Herr muss im kommenden Winter ohnehin zuschauen, da sein Antrag auf einen schwedischen Pass scheiterte.

Schnelle Erfolge erwünscht

Auch den von Sportdirektor Thomas Pfüller aufgebauten Druck ("Es muss im Weltcup nach oben gehen. Da muss erkennbar Geist in der Truppe sein.") kontert Rohwein öffentlich ironisch. "Den Druck bin ich doch seit Oktober gewohnt - seit Oktober 2004." Trotzdem sollen speziell der Olympiavierte Michael Uhrmann und der nach dem Wechsel zum neuen Heimtrainer Stefan Horngacher im Schwarzwald scheinbar wiedererstarkte Martin Schmitt möglichst zügig für erste Erfolge sorgen.

"Ich habe meine Anfahrtshocke verändert, mehr Wert auf Krafttraining gelegt. Wenn es gut läuft und ich unter die Top zehn komme, wäre ich fürs Erste zufrieden", meint Schmitt, der im Juli in Oberstdorf seinen ersten Sieg seit über vier Jahren feierte. Den Weltcup-Saisonauftakt hat der viermalige Weltmeister schon dreimal gewonnen. Zuletzt übrigens exakt vor sechs Jahren, am 24. November 2000 in Kuopio. Knapp 400 Kilometer südlich, aber auch in Finnland.

© SID

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