Skispringen Weltcup: DSV-Adler in Willingen im Aufwind

Skispringen Weltcup
DSV-Adler in Willingen im Aufwind

Bei der Olympia-Generalprobe in Willingen präsentierten sich die deutschen Skispringer in guter Form. Hinter dem Österreicher Thomas Morgenstern konnte Alexander Herr die zweitbeste Weite der Qualifikation aufweisen.

In Willingen wollen sich die deutschen Skispringer den letzten Schliff für die Olympischen Spiele in Turin holen. Und allen voran Alexander Herr präsentierte sich in der Qualifikation in guter Form. Vor 10 000 Fans gewann der Österreicher Thomas Morgenstern mit einem Flug auf 146 Meter die Qualifikation für das Einzel-Springen am Samstag (13.45 Uhr/live in der ARD). Danach folgte mit 144 Metern schon Herr, der sich vor einem Jahr bei einem schweren Sturz an gleicher Stelle noch einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hatte. Nach Punkten (133,2) kam Herr wegen eines fehlenden Telemarks auf Rang vier hinter Jakub Janda (Tschechien) mit 134,9 Punkten und 140,5 Metern und dem Finnen Tami Kiuru (134,8/141).

"Für mich ist Willingen kein Trauma, sondern ein Traum. Die Fans sind genial, die Schanze liegt mir. Ich möchte den Zuschauern eine tolle Show bieten und um die Podestplätze mitspringen", sagte Herr: "Allerdings muss ich im Wettkampf an die 150 Meter rankommen und noch an der Landung feilen." Der Schonacher krönte einen starken Auftritt der pünktlich eine Woche vor Beginn der Winterspiele deutlich formverbesserten deutschen Adler mit Rang vier in der Punktewertung.

Auch Hocke und Musiol überstehen die Qualifikation

Die anderen drei Olympiastarter Michael Uhrmann (Rastbüchl/140 Meter/5.), Michael Neumayer (Berchtesgaden/139/7.) und Georg Späth (Oberstdorf/137,5/10.) kehrten in der Ausscheidung ebenfalls in die Weltspitze zurück. Die nicht für Olympia nominierten Stephan Hocke (Oberhof/110) und Julian Musiol (Zella-Mehlis/110) schafften ebenfalls den Sprung in den Wettkampf. Der formschwache Martin Schmitt fehlt in Willingen und trainiert stattdessen gemeinsam mit Co-Bundestrainer Henry Glaß in Ruhpolding.

"Ich bin zufrieden mit der Qualifikation. Die Jungs haben technisch saubere Sprünge gezeigt. Wir können hier vorn mitspringen, aber die Jungs müssen gelassen bleiben", erklärte Peter Rohwein. Der Skisprung-Bundestrainer hofft, dass sein Team beim Heim-Weltcup vor 60 000 Fans endlich die langerwartete Leistungsexplosion zeigt. Besonders wichtig ist das Teamspringen am Sonntag (13.45 Uhr/live in der ARD), der letzte vorolympische Wettkampf. "Ich merke, dass wir in Form kommen, in einer Woche bei Olympia passt es. Für das Selbstbewusstsein wäre es schon gut, wenn wir vor Turin nochmal auf dem Podest stehen", erklärte Uhrmann.

Neumayer: "Alle Springer kommen gerne hier her"

Am 8. Januar 2005 hatte es in Willingen den bis dato letzten Sieg für die deutsche Mannschaft gegeben, obwohl Herr bei 148 Metern schwer stürzte und ein halbes Jahr aussetzen musste. "Den Moment, als die mich da rausgetragen haben und 40 000 Menschen meinen Namen gerufen haben, werde ich erst vergessen, wenn bei mir die Lichter endgültig ausgehen", meinte Herr. Der Schwarzwälder möchte sich an der Stätte seines schwersten Sturzes noch einmal "einen Motivationsschub für Olympia holen".

Die Diskussion um die Zukunft des Skisprung-Mekkas Willingen im Weltcup kann Herr wie seine Kollegen "überhaupt nicht verstehen". "Das ist ein Megaevent, wo am Freitagmittag schon 10 000 Leute an der Schanze stehen und Party feiern. Alle Springer kommen gern hierher", meinte Neumayer. Im vorläufigen Weltcup-Kalender für den kommenden Winter fehlt die Party-Hochburg, dafür soll ein Springen in Titisee-Neustadt stattfinden.

© SID

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