Skispringen Weltcup
Erster Weltcup-Sieg für Kofler - Neumayer Neunter

Die Österreicher haben beim Skisprung-Weltcup in Willingen einen Doppelerfolg gelandet. Andreas Kofler lag mit 273,7 Punkten vor Thomas Morgenstern. Bester Deutscher war Michael Neumayer auf Rang neun.

Der Weltcup der Skispringer in Willingen ist fest in österreichischer Hand. Andreas Kofler setzte sich mit 273,7 Punkten für Flüge auf 143 und 138,5 Meter gegen seinen Landsmann Thomas Morgenstern (270,4 Punkte) und dem Schweizer Andreas Küttel (257,2) durch. Für Kofler war es der erste Weltcup-Sieg überhaupt. Michael Neumayer kam vor heimischem Publikum als bester Deutscher auf den neunten Rang (237,4), Team-Olympiasieger Michael Uhrmann wurde Zehnter (237,1). Der tschechische Weltcup-Spitzenreiter Jakub Janda verteidigte mit Platz acht seine Führung vor dem Finnen Janne Ahonen.

Kritik von Bundestrainer Rohwein

"Heute wäre wesentlich mehr drin gewesen. Was die Jungs drauf haben, hat man in der Qualifikation gesehen, sie müssen es nur endlich mal im Wettkampf zeigen", kritisierte Bundestrainer Peter Rohwein. Michael Neumayer lag nach dem ersten Durchgang "nach meinem besten Sprung des Winters" als Fünfter nur 2,4 Punkte hinter einem Podestplatz, vergab dann mit einem Sprung auf 130 Meter aber alle Chancen. "Ich bin schon ein bisschen traurig, aber wenn die Mannschaft so gut springt, können wir vielleicht im Team nach dem Sieg greifen", meinte Neumayer. Der nicht vom Wind begünstigte deutsche Vorflieger Michael Uhrmann war mit seinem Resultat zufrieden: "Das Ergebnis ist sicher nicht perfekt, aber die Sprünge waren gut. Das gibt mir Selbstbewusstsein für Olympia, da will ich nach einer Einzel-Medaille greifen."

Wieder einmal Nerven zeigte Alexander Herr, der nach dem zweitweitesten Flug in der Qualifikation im entscheidenden Moment wieder nur auf Platz 14 landete. "Ich bin total verärgert, dass ich wieder die entscheidenden zwei Sprünge verhauen habe. Aber vielleicht klappt es dann zum entscheidenden Moment bei Olympia", meinte Herr. Auch Georg Späth schöpfte als 17. seine Leistungsfähigkeit nicht aus. Der fünfte Olympiastarter Martin Schmitt fehlte in Willingen und schloss stattdessen am Samstag sein Trainingslager mit Co-Bundestrainer Henry Glaß in Ruhpolding ab.

"Brauchen ein Topresultat"

Rohwein fordert nach der Enttäuschung im Einzel nun einen Podestplatz im Teamspringen, dem letzten vorolympischen Wettkampf: "Jetzt brauchen wir ein Topresultat, damit wir mit Selbstbewusstsein nach Turin fahren können." Am 8. Januar 2005 hatte das deutsche Team an gleicher Stelle den bis dato letzten Sieg im Weltcup gefeiert.

Im Einzel-Springen sahen die 35 000 Zuschauer an der ausverkauften Schanze eine chaotische Veranstaltung mit vielen Unterbrechungen wegen der ständig wechselnden Wetterverhältnisse. Erst sahen die Springer im Nebel nichts, dann musste der erste Durchgang nach 25 Springern wegen zu starken Aufwinds abgebrochen werden und nach der Anlaufverkürzung kam im Schneefall der ungeliebte Rückenwind. Die Folge war der Absturz von vielen Topfavoriten wie Andreas Widhölzl (Österreich). Auch als die Träume von deutschen Podestplätzen zerplatzten, feierten die Fans die größte Skisprung-Party des Jahres.

© SID

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