Skispringen Weltcup
Malysz und Morgenstern jubeln in Oslo

Der Pole Adam Malysz hat beim Holmenkollen-Skispringen in Oslo seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Ein zweiter Platz reichte dem Österreicher Thomas Morgenstern zum Gewinn der "Vierschanzentournee des Nordens".

Während Adam Malysz und Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern allen Grund zur Freude hatten, herrschte im Lager der DSV-Adler einmal mehr Krisenstimmung. Nach dem größten sportlichen Debakel am Ende einer frustrierenden Saison stürzten die deutschen Skispringer beim Weltcup in Oslo noch tiefer in die Krise und nährten mit ihrer traurigen Vorstellung die Gerüchte um die Zukunft des erfolglosen Bundestrainers Peter Rohwein. Beim Sieg des Polen Malysz war Michael Neumayer als 17. der beste der lediglich drei qualifizierten Deutschen. Derweil denkt Martin Schmitt nach seinem blamablen 39. Platz über ein vorzeitiges Saisonende nach.

"So kann es nicht weitergehen, wir haben andere Erwartungen. Die Ergebnisse sind bei weitem nicht so wie vorgestellt, wir sind nicht mal in der Lage, gute Bedingungen auszunutzen", meinte Bundestrainer Peter Rohwein nach der schwächsten Saisonleistung.

Kojonkoski sieht seine Zukunft offen

Die Gerüchte um eine Verpflichtung des norwegischen Cheftrainers Mika Kojonkoski als seinen Nachfolger bezeichnete Rohwein als Geschwätz: "Bis dato soll ich weitermachen. Aber es stehen nach der Saison ja noch Gespräche an." Erfolgschaoch Kojonkoski selbst meinte in Richtung der Deutschen, "dass meine Zukunft offen ist".

Neumayer belegte als Bester einer leblosen deutschen Mannschaft mit 251,3 Punkten Platz 17 direkt vor Michael Uhrmann (250,2). Georg Späth hatte sich nicht einmal für die Top 50 qualifiziert - damit gab es zum dritten Mal in Folge keinen Top-Ten-Platz.

Janda hält Ahonen auf Distanz

"Natürlich ist das frustrierend", erklärte Uhrmann, stellte sich aber hinter seinen Chefcoach: "Ich hoffe nicht, dass ein Wechsel stattfindet. Ansonsten kommt nie Ruhe in die Mannschaft." Malysz landete mit 279,0 Punkten für 130,5 und 124,5 Meter seinen ersten Saisonsieg. Platz zwei belegte Doppel-Olympiasieger Morgenstern mit 276,9 Zählern vor seinem österreichischen Landsmann Andreas Kofler (275,5).

Morgenstern gewann nach den vier Springen in Lahti, Kopio, Lillehammer und Oslo das als Vierschanzentournee des Nordens geltende Nordic Tournament und kassierte 25 000 Euro Extra-Preisgeld. Im Gesamtweltcup baute der fünftplatzierte Tscheche Jakub Janda seinen Vorsprung vor dem Finnen Janne Ahonen auf 175 Punkte aus und braucht beim Saison-Finale am kommenden Wochenende in Planica nur noch 26 Zähler.

Schmitt hat weiter Spaß am Skispringen

Ob Schmitt auf der größten Flugschanze der Welt nach seinem blamablen Oslo-Hüpfer von 111,5 Metern überhaupt noch dabeisein wird, hat er noch nicht entschieden: "Ich weiß nur, dass ich noch Spaß am Skispringen habe und nächste Saison weitermachen will."

Malysz wird derweil wohl als der letzte Sieger auf der alten Holmenkollen-Schanze in die Annalen eingehen. Das berühmte Beton-Ungetüm soll schrittweise für 60 Mill. Euro umgebaut werden. Schmitt: "Die Tradition geht durch den Umbau nicht verloren, wir werden auch auf der neuen Schanze tolle Wettkämpfe sehen." Dann hoffentlich wieder mit besseren deutschen Resultaten.

© SID

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