Skispringen Weltcup
Morgenstern siegt in Sapporo, Deutsche enttäuschen

Der Österreicher Thomas Morgenstern hat das erste von zwei Weltcup-Springen im japanischen Sapporo gewonnen. Die deutschen Springer enttäuschten dagegen auf ganzer Linie.

Die deutschen Skispringer haben bei der Ein-Mann-Show von Überflieger Thomas Morgenstern im Flockenwirbel von Sapporo eine erneute Blamage erlebt. Michael Neumayer sprang als bester Deutscher auf den 17. Platz, Michael Uhrmann verfehlte bei der Rückkehr auf seine Angstschanze sogar das Finale. "Schlechter gehts fast nicht", kommentierte ARD-Experte Dieter Thoma eines der schwächsten Weltcup-Ergebnisse aller Zeiten. Knapp drei Wochen vor der Heim-WM im Skifliegen in Oberstdorf ist das Team von Bundestrainer Peter Rohwein außer Form.

"Die Jungs sind müde, da fehlen nur Kleinigkeiten und du bist ruckzuck hintendran. Bei dem kurzen Anlauf sind die meisten zerbrochen", fand Rohwein Ausreden und meinte mit Blick auf das Ziel Medaille bei der WM: "Das Ergebnis spiegelt nicht wider, wie die Jungs drauf sind." Fünf der besten 15 weltbesten Springer waren nicht nach Japan gereist, die Bedingungen bei leichtem Schneefall optimal, Rohwein hatte Topplatzierungen versprochen - trotzdem brachte es Neumayer nur auf 216,9 Punkte.

"Da darf man jetzt nicht verkrampfen"

"Zu den Besten fehlen zehn Meter. Aber da darf man jetzt nicht verkrampfen", meinte der beste des enttäuschenden deutschen Quartetts. Vier Wochen nach Gesamtplatz drei bei der Vierschanzentournee lag Neumayer stolze 44,7 Zähler hinter Morgenstern. Der Österreicher feierte mit 261,6 Zählern für Flüge auf die Bestweiten von 125,5 und 131,5 Meter bereits seinen achten Saisonsieg. Platz zwei belegte der Finne Janne Happonen (249,9) vor dem zweiten Austria-Flieger Martin Koch (249,3).

"So macht Skispringen Spaß, ich liebe Sapporo. Jetzt kann ich mir langsam ein paar Gedanken über den Gesamtweltcup machen", meinte Morgenstern grinsend. Im Kampf um die große Kristallkugel baute der Doppel-Olympiasieger seine Führung auf 510 Punkte Vorsprung vor dem in Japan fehlenden Finnen Janne Ahonen aus. Zehn Springen stehen noch aus, beim nächsten am Sonntag (3.00 Uhr MEZ) ist er in Sapporo erneut Favorit. "Morgenstern springt in einer eigenen Liga. Der kennt kein Verlieren. Bei den Deutschen fehlt Konstanz und Selbstvertrauen", meinte Thoma.

Das deutsche Team stürzt immer weiter ab, denn auch Martin Schmitt enttäuschte kurz nach seinem 30. Geburtstag als 22. erneut: "Das ist nicht so, wie ich mir das vorstelle, da fehlt die Qualität." Entschuldbar war der 32. Rang von Michael Uhrmann, der vor einem Jahr bei der WM an gleicher Stelle schwer gestürzt war. Damals ging im Fuß fast alles kaputt, diesmal blieb der Team-Olympiasieger von 2002 wenigstens gesund: "Ich bin überhaupt nicht ins Fliegen gekommen, aber ich muss mich jetzt durchbeißen." Stephan Hocke komplettierte das deutsche Debakel auf Platz 39.

© SID

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