Skispringen Weltcup
Pfüller nimmt DSV-Adler in die Pflicht

Vor dem am Freitag beginnenden Weltcup-Winter der Skispringer hat Verbandschef Thomas Pfüller die DSV-Adler in die Pflicht genommen: "Es muss nach oben gehen. Wir sollten regelmäßig einen auf dem Treppchen haben."

Am Freitag starten die Skispringer im finnischen Kuusamo in den Weltcup-Winter. Für die deutschen Skispringer bedeutet dies fast drei Jahre nach dem letzten Sieg das Ende aller Ausreden. "Es muss im Weltcup nach oben gehen. Wir sollten drei Springer unter den Top 15 haben, immer einen unter den Top sechs und regelmäßig einen auf dem Treppchen. Und wir brauchen eine WM-Medaille", sagte Thomas Pfüller dem sid vor dem Weltcup-Auftakt (17.15 Uhr/live im ZDF).

Pfüller verlangt Teamgeist

Der Verbandschef fordert neben besseren Ergebnissen, dass "erkennbar Geist in der Truppe sein muss und alle an einem Strang ziehen". Ansonsten könnte es Konsequenzen geben - denn der Imageverlust der wichtigsten Mediensportart nach dem medaillenlosen Olympiawinter bedroht bei den laufenden Verhandlungen über einen neuen Fernsehvertrag längst auch die finanzielle Basis des Verbandes. 15 Mill. Euro kassiert der Deutsche Skiverband (DSV) dank alter Erfolge von Sven Hannawald oder Martin Schmitt jährlich, jeder Erfolg würde die tief gesunkenen Aktien wieder steigen lassen.

Rohwein: "Erwartungen sind enorm"

Rohwein weiß selbst, dass im dritten Winter unter seiner Regie der Knoten platzen muss: "Die Erwartungen sind enorm - aber wir haben sie auch ja selbst an uns. Wir wollen wieder unter die besten drei Teams der Welt. Aber leider können wir uns keine Überflieger selbst schnitzen." Sein großer Hoffnungsträger auf den langersehnten Sieg ist Michael Uhrmann, der am 17. Januar 2004 in Zakopane auch als letzter Deutscher ganz oben auf dem Weltcup-Stockerl stand.

Der frischgebackene Vater ist nach seinem Skiwechsel noch stärker als im vergangenen Winter einzuschätzen, als er bei Olympia nur 25 Zentimeter an der Medaille vorbeisegelte und viermal auf dem Podest stand. "Michael hat sich im Training deutlich von den anderen im Team abgesetzt und absolute Topsprünge gezeigt. Ich traue ihm zu, dass er ganz vorn mitspringt", so Rohwein, der sich in den letzten Tagen über die Absage von Trainingseinheiten in Kuusamo ärgerte: "Die anderen müssen sich in seinem Sog steigern." Michael Neumayer und der von den Kombinierern gewechselte Christian Ulmer geben Anlass zur Hoffnung.

Der viermalige Weltmeister Martin Schmitt hat nach vier verpatzten Wintern in Folge immerhin "ein gutes Basisniveau". Das hat er seinem Wechsel zu Stefan Horngacher zu verdanken, der neben Heinz Kuttin und Falko Krismayr das neu verpflichtete Österreicher-Trainertrio hinter Rohwein bildet. "Die letzten Jahre war ich der Einzelkämpfer an der Front und musste für alles den Kopf hinhalten. Jetzt fühlt sich jeder Trainer verantwortlich", freut sich Rohwein über die neuen Kollegen. Sie könnten im Falle eines Sturzflugs freilich auch Alternativen für den Chefposten sein.

Österreicher in der Favoritenrolle

Favoriten in der beginnenden Saison sind jedenfalls das überragende Austria-Team mit Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern, der Finne Janne Ahonen und Polens Adam Malysz. "Andere Nationen haben in den letzten Jahren besser gearbeitet. Die Sportart hat sich weiterentwickelt, und wir haben es nicht erkannt", sagt Schmitt kritisch. Rohwein bleibt aber Optimist: "Nach der WM in Sapporo wird abgerechnet - natürlich auch mit mir."

© SID

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