Skispringen Weltcup
Platz fünf reicht Morgenstern zum Gesamtweltcup

Mit einem fünften Platz in Willingen ist der Österreicher Thomas Morgenstern zu seinem ersten Gesamtweltcup geflogen. Tagessieger wurde Björn Einar Romören aus Norwegen.

Für die deutschen Skispringer ist nach einem enttäuschenden Wochenende in Willingen die erhoffte WM-Medaille in weite Ferne gerückt. Eine Woche vor den Skiflug-Titelkämpfen in Oberstdorf landeten die DSV-Adler im Mannschafts-Weltcup nur auf Rang fünf. Am Sonntag enttäuschten die Deutschen erneut, während der Österreicher Thomas Morgenstern als Fünfter beim Einzelsieg von Björn Einar Romören erstmals den Gesamtweltcup holte.

"Ich bin grantig. Die Generalprobe ist absolut in die Hose gegangen. Das war gar nichts", sagte Bundestrainer Peter Rohwein. Schmitt sah es ähnlich: "Gegen Norwegen und Österreich haben wir schon die ganze Saison keine Chance. Und jetzt kommen auch noch die Finnen dazu. Wir sind einfach zu weit weg." Ausgerechnet der viermalige Weltmeister hatte als letzter Springer im ersten Durchgang gepatzt, als das deutsche Quartett unter dem ohrenbetäubenden Jubel der 18. 000 Fans auf Platz drei lag.

Letztlich fehlten mit erreichten 893,2 Punkten über 100 Zähler zu Österreich (999,4). Norweger (1 052,4) und Finnen (1 035,4) sprangen im Vergleich zum deutschen Team in einer anderen Liga.

Romören vor Damjan und Bardal

Als der Norweger Romören (286,6 Punkte) am Sonntag im Einzel vor Jernej Damjan (Slowenien/282,2) und seinem Landsmann Anders Bardal (279,9) triumphierte, versagten die deutschen Starter vor 10. 000 Zuschauern erneut. Michael Uhrmann (Rastbüchl/243,0) und Michael Neumayer (Berchtesgaden/227,1) landeten abgeschlagen auf den Plätzen 23 und 27. Martin Schmitt (Furtwangen) und Georg Späth (Oberstdorf) verpassten das Finale.

Aus Mangel an Alternativen nominierte Rohwein dennoch die fünf Willingen-Starter Schmitt, Uhrmann, Neumayer, Späth sowie Stephan Hocke (Schmiedefeld) als sein WM-Aufgebot.

Schmitt ärgerte sich nach den Wettkämpfen maßlos über seinen verpatzten Sprünge und wirkte ein wenig ratlos. "Bei mir stimmt momentan überhaupt nichts. Ich bin in den zwei Tagen hier keinen Schritt vorwärts gekommen", meinte der 30-Jährige. Norwegen, Österreich und Finnland hätten im Gegensatz zu ihnen alle die Chance, um Gold zu springen. Das mache den Unterschied.

Bundestrainer Rohwein blickt da schon weit optimistischer in Richtung Heim-WM. "Die Jungs haben sich immer wieder herangekämpft. Das hat mir gefallen", erklärte der Chefcoach. Sein Team sei trotz des Resultats in Schlagdistanz zum dritten Platz. Auch der Tournee-Dritte Neumayer pflichtete ihm bei: "Das Ergebnis stellt uns schlechter, als wir eigentlich sind."

Uhrmann als Lichtblick

Anlass zur Hoffnung geben die stabilen Leistungen von Michael Uhrmann. Nach seinem Sieg in der Qualifikation sorgte der Team-Olympiasieger von 2002 zusammen mit Neumayer dafür, dass die Mannschaft des Deutschen Skiverbands (DSV) sich noch achtbar aus der Affäre zog. "Natürlich wäre es mit Blick auf die WM schöner gewesen, hier Dritter zu werden. Aber an einem guten Tag können wir Bronze holen", sagte der 29-Jährige vom DJK Rastbüchl.

Das Abschneiden beim Saisonhöhepunkt im Allgäu dürfte auch maßgeblich die Zukunft von Rohwein bestimmen. Der DSV fordert eine Medaille im Team-Wettbewerb. Am Wochenende betonte Rohwein in einem Interview, das er der Letzte sei, der an seinem Stuhl klebe, wenn er das Vertrauen der Athleten nicht mehr habe. "Wenn man mich halt auswechselt, macht es der Nächste, und man fängt wieder von vorn an", sagte Rohwein. So werde es im Skispringen mit Sicherheit nie was werden, zumindest nicht längerfristig.

© SID

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