Skispringen Weltcup: Rohwein bekommt Jobgarantie bis Saisonende

Skispringen Weltcup
Rohwein bekommt Jobgarantie bis Saisonende

Bis zum Ende der Saison darf Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein seine Arbeit fortsetzen. Der Sportchef des Deutschen Skiverbandes (DSV) gab dem umstrittenen Coach eine Jobgarantie bis zum Ende der Saison.

Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein hat nach der erfolgreich abgeschlossenen Vierschanzentournee Rückenwind im Geschacher um seinen Arbeitsplatz mitgenommen. Thomas Pfüller, Sportchef des Deutschen Skiverbandes (DSV) beendete die Diskussion um Rohwein und gab dem umstrittenen Coach zumindest bis zum Ende der Saison eine Jobgarantie. Der Trainergipfel am Mittwoch in Oberhof soll trotzdem stattfinden, dann will Pfüller die aufmüpfigen Heimtrainer notfalls mit personellen Konsequenzen auf einen gemeinsamen Kurs zwingen.

"Peter wird die Vorbereitung auf die Skiflug-WM angehen und die Saison zuende machen. Da gibt es keine Diskussion", sagte Pfüller dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Er soll auch Olympia 2010 in Vancouver in Angriff nehmen. Aber er weiß selbst, dass Leistungen kommen müssen."

Neumayer als "Retter"

Der überraschende dritte Platz von Michael Neumayer in der Tournee-Gesamtwertung und der Aufschwung von Martin Schmitt seien ein Anfang, allerdings müsse jetzt die Leistung der ansonsten schwachen Mannschaft mit dem klaren Ziel einer Medaille bei der Heim-WM im Skifliegen im Februar in Oberstdorf gestärkt werden.

"Die Leistungen der Topleute bei der Tournee und die Meinungen der Athleten sprechen für Peter. Im Umfeld und in der Kommunikation hat er Probleme, aber ich traue mir zu, dass ich die in nächster Zeit in den Griff bekomme", meinte Pfüller, der das Skispringen nach den schwachen Ergebnissen vor der Tournee zur Chefsache erklärt hatte.

Drohung gegen Rohwein-Kritiker

Vor der Auswertung in Thüringen droht er Rohwein-Kritikern wie Heinz Kuttin ("Mit Rohwein ist eine Zusammenarbeit nicht möglich") oder Stefan Horngacher unverhohlen: "Wir müssen zusammenfinden. Wenn jemand dem gemeinsamen Ziel im Wege steht, dann muss er zur Seite treten."

Rohwein kündigte im Aufwind von Neumayers Erfolg notfalls auch unbequeme Entscheidungen an: "Wir werden die Dinge mit klaren Worten regeln. Ich gehe das Gespräch aufrecht und direkt an, so wie es immer meine Art war. Das ist der einzige Weg, die Zusammenarbeit fortzusetzen." Mit Blick auf das anstehende Gespräch und die Fahrt zur Trauerfeier für den verstorbenen Ex-Bundestrainer Reinhard Heß wurde nach dem Tournee-Finale in Bischofshofen auch nur kurz mit einem Glas Sekt angestoßen. Dann traten alle die Heimreise an.

Rohweins "Retter" Michael Neumayer fuhr mit dem besten deutschen Tournee-Gesamtplatz seit fünf Jahren und einem Extra-Lob von ganz oben nach Hause. "Das strahlendste Licht war zweifellos Michael Neumayer, der als echter Wettkampftyp über sich hinausgewachsen ist", erklärte Pfüller. Deshalb zahlt der Sportchef auch gern die Verbandsprämien von über 20 000 Euro: "Weil herausragende Ergebnisse im Skispringen belohnt werden müssen."

Hoffnung auf Fortsetzung des TV-Vertrags

Das Geld könnte tausendfach wieder reinkommen. Weil die TV-Quoten bei der Tournee dank Neumayers Höhenflug anzogen, haben sich die Chancen des DSV auf eine Verlängerung des TV-Vertrages mit ARD und ZDF bis 2011 wesentlich verbessert. Mit den sieben Mill. Euro jährlich wäre die Zukunft des Verbandes gesichert.

Deshalb dachte Neumayer schon an den nächsten Höhenflug: "Jetzt hoffe ich, dass das der Mannschaft einen Schub gibt und wir bei der WM das Podest in Angriff nehmen." Mit Blick auf die Heim-WM wurde der als Spätfolge seiner Verletzung völlig entkräftete Michael Uhrmann zum Sondertraining auf eine kleine Schanze in die Ramsau beordert.

© SID

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